Eklat im Kulturausschuss um Verbleib des d14-Kunstwerks

documenta-Kunstwerk Obelisk: Die AfD spricht von „entstellter Kunst“

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Soll nach dem Wunsch vieler Kasseler bleiben: Das documenta-Kunstwerk von Olu Oguibe auf dem Königsplatz in der Innenstadt. Um einen möglichen Standort gibt es viele Diskussionen.

Kassel. Eklat im Kulturausschuss um den Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz: Der Kasseler AfD-Stadtverordnete Thomas Materner hat den Obelisken als „ideologisch polarisierende, entstellte Kunst“ bezeichnet.

Materner lehnte einen Verbleib des documenta-Kunstwerks in Kassel rundweg ab und kündigte an, die AfD würde andernfalls „bei jedem von Flüchtlingen begangenen Anschlag“ zu Demonstrationen vor dem Obelisken aufrufen. Die Wut der Bürger über den Obelisken sei seiner Erfahrung nach groß.

Demgegenüber zeichnete sich bei den anderen Fraktionen eine Zustimmung zum Ankauf des documenta-Kunstwerks ab, auf dem in vier Sprachen in Goldschrift der Bibelspruch „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ zu lesen ist.

Holger Römer (CDU) sprach sich für einen Ankauf, aber gegen den Standort Königsplatz aus, Gernot Rönz (Grüne), der Materner entgegenhielt, von „entstellter“ Kunst sei es nicht weit bis zu „entarteter“ Kunst, wollte seine Zustimmung auch vom Ankaufpreis abhängig machen. Oberbürgermeister Christian Geselle sagte, es gebe keine rechtlichen oder technischen Gründe, die gegen einen Verbleib des Kunstwerks auf dem Königsplatz sprächen. Er sei dafür sehr offen, es sei aber wichtig, „dass die Bevölkerung mitgeht“. Am 5. September wird die Ankaufkommission der Stadt eine Empfehlung aussprechen, welche Arbeiten der documenta 14 dauerhaft in Kassel bleiben sollen. In der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstagabend ging es um eine Anfrage der CDU-Fraktion, wie der Magistrat die Möglichkeit bewertet, das documenta-Kunstwerk des in Nigeria geborenen Künstlers Olu Oguibe auf dem Königsplatz oder einem anderen geeigneten Standort zu belassen.

Klare Mehrheit für den Verbleib

In einer Umfrage auf HNA.de, an der sich über 5000 Bürger beteiligten, votierten über 60 Prozent für den Verbleib des Obelisken auf dem Königsplatz. 

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