Kaufvertrag für documenta-Werk „Idee di Pietra“ von Giuseppe Penone unterzeichnet

Der "Penone-Baum" gehört jetzt Kassel

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Der Kauf des Penone-Baums durch die Stadt ist besiegelt: Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), Künstler Giuseppe Penone, d 13-Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev und doc-Geschäftsführer Bernd Leifeld (von links) vor dem Kunstwerk am Rand der Karlsaue.

Kassel. Das Lieblingskunstwerk vieler Menschen aus der documenta 13 gehört jetzt der Stadt. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und documenta-Künstler Giuseppe Penone haben den Kaufvertrag für die Baumskulptur unterzeichnet und damit besiegelt, dass der „Penone-Baum“ in Kassel bleibt.

Ob die einem Baum nachgebildete Bronzeskulptur am Rande der Karlsaue nahe der Gustav-Mahler-Treppe stehen bleibt, ist noch nicht entschieden. „Ich fände es richtig gut, wenn der Baum hier stehen bleiben dürfte“, bekräftigte Hilgen und bekam dafür Beifall von den Großspendern, die zur Vertragsunterzeichnung gekommen waren.

Mit dabei waren auch d 13-Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev und der Künstler. „Ich fühle mich geehrt und bin sehr stolz“, sagte Giuseppe Penone zum Ankauf seiner Arbeit durch die Kasseler Bürgerschaft. Das Geld dafür stammt von über 600 Spendern, nicht ein einziger Euro aus der Stadtkasse wurde eingesetzt. Auch Penone plädiert dafür, den Baum mit dem großen Findling in der Krone dort zu belassen, wo er bereits zwei Jahre vor Eröffnung der d 13 aufgestellt worden war. „Die beste Position für diese Arbeit ist dieser Platz“, erklärte der Künstler. Das letzte Wort zum Standort hat eine fünfköpfige Expertengruppe, die von der für die Museumslandschaft zuständigen Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) berufen wurde.

Fotos: Penone-Baum - Unterzeichnung des Kaufvertrags

Penone-Baum: Unterzeichnung des Kaufvertrags

Hilgen sprach den Spendern einmal mehr Dank aus für das „außerordentlich großzügige bürgerschaftliche Engagement.“ Das Ergebnis der Spendensammlung sei „atemberaubend“ gewesen. Ermöglicht wurde der Ankauf aber auch durch ein großzügiges Entgegenkommen des Künstlers, dem Hilgen ebenfalls dankte. Der mit Penone vereinbarte Preis habe mit dem Marktpreis für das Kunstwerk „ganz wenig zu tun.“

Kein konkreter Kaufpreis

Eine konkrete Zahl nannte Hilgen nicht, weil mit dem Künstler Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart wurde. Auf dem Kunstmarkt wäre das Werk „Idee di Pietra“ (Ansichten eines Steins) vermutlich für weit über eine Million Euro gehandelt worden. Dem Vernehmen nach blieb der mit Penone vereinbarte Preis aber deutlich unterhalb dieser Marke.

Besonders großzügige Spenden zum Ankauf hatten die Axel Bergmann Stiftung, documenta Forum, Duales System Deutschland GmbH, Gebrüder Bode GmbH & Co. KG, Günter Cramer Stiftung, Kanzlei Dr. Spalckhaver, Kasseler Sparkasse, Kasseler Bank Stiftung, Ludwig Bähr Buntpapierfabrik GmbH & Co. KG, Peter Drews Stiftung, Reiner Wettlaufer Stiftung, Sparda-Bank, die Wendland Industrieberatung und die Holzfachhandlung W & L Jordan GmbH geleistet. Weitere Großspender wollen anonym bleiben.

Der bronzene Baum am Rande der Karlsaue sei zu einem Symbol der d 13 und dazu zum heimlichen Wahrzeichen unserer Stadt geworden, erklärte Hilgen. Giuseppe Penone zeigte sich beeindruckt davon, dass eine kleine Stadt wie Kassel es schaffe, regelmäßig „das wichtigste Kunstereignis in der Welt“ zu veranstalten.

Von Jörg Steinbach

Quelle: mydocumenta

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