Wenn es keine Einigung mit Künstler gibt

documenta-Kunstwerk zu teuer: Obelisk soll nun doch aus Kassel verschwinden

Kassel. Ob der Obelisk dauerhaft auf dem Königsplatz stehen bleibt, wird mittlerweile immer unwahrscheinlicher. Aus Kostengründen.

Noch im Sommer hatte sich bei einer nicht repräsentativen Umfrage der HNA das Gros der Leser für den Verbleib des 16 Meter hohen Kunstwerks ausgesprochen. Ebenso zahlreiche am Königsplatz ansässige Geschäftsleute sowie der Künstler Olu Oguibe und Adam Szymczyk, künstlerischer Leiter der d 14.

Nach Informationen der HNA verlangt der US-Künstler allerdings eine siebenstellige Summe dafür, wenn sein Kunstwerk in Kassel bleiben soll. Diese Preisvorstellungen Oguibes entsprechen offenbar nicht denen der Stadt Kassel.

Vom Erwerb eines der Außenkunstwerke, von denen der Obelisk von Bode-Preisträger Oguibe auf dem Königsplatz von der Öffentlichkeit favorisiert wurde, wird die Stadt absehen, teilt Kulturdezernentin Susanne Völker auf Anfrage mit. Gründe dafür seien grundsätzlich die finanziellen Probleme der documenta 14 sowie eine „nicht zu erzielende Finanzierung“ von Außenkunstwerken.

Die Stadt Kassel hätte ohnehin nicht die Kosten für den Ankauf des Obelisken übernommen. Allerdings hätte sie sich bei dem Werben um Sponsoren einbringen können. Das war vor fünf Jahren der Fall, als der Penone-Baum in der Karlsaue nach der documenta 13 durch die Hilfe zahlreicher Spender gekauft wurde. Allerdings verlangte damals der italienische Künstler Giuseppe Penone keinen Millionenbetrag für seinen Bronzebaum, sondern dem Vernehmen nach rund 535.000 Euro.

Sollte es nicht zu einer Einigung mit Künstler Oguibe kommen, dann müsste der Obelisk bis Mitte Oktober vom Königsplatz verschwinden. Dann läuft nämlich zwischen der Stadt Kassel und der documenta GmbH der Nutzungsvertrag für die Fläche aus, so Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp. 

Obelisk von Olu Oguibe

Der aus Nigeria stammende US-Künstler Olu Oguibe baute für die documenta einen Obelisken, der für das Leben im Exil steht und mit einer biblischen Heilsbotschaft Hoffnung macht. Auf der Betonstele steht das Jesus-Zitat „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ auf deutsch, englisch, türkisch und arabisch.. Für den Obelisken wurde der Künstler kürzlich in Kassel mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Bei der Verleihung im Rathaus sagte der Künstler: „Ich habe den Obelisken für Kassel geschaffen.“ Zudem äußerte er die Hoffnung, dass sich sein Werk auf Dauer ins Kasseler Stadtleben integriert.

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