Eintrittskarten zur d14 gelten nicht als ÖPNV-Fahrscheine

documenta lehnte KVG-Angebot ab: Kombi-Ticket scheitert am Preis

Kassel. Das Kombi-Ticket zur documenta 14 – eine Eintrittskarte, die zur Fahrt in Bussen und Bahnen berechtigt – ist am Preis gescheitert.

Das von der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) unterbreitete Angebot erschien der documenta und Museum Fridericianum gGmbH als zu hoch. So wurde aus dem Ticket, das zu großen Sport- und Kulturveranstaltungen in Kassel inzwischen üblich ist, auch zur d14 nichts.

Die Verhandlungen

Nachdem die HNA zum documenta-Start (10. Juni) über das fehlende Angebot berichtet hatte, bezieht nun auch die Weltkunstausstellung dazu Position. Demnach haben documenta und KVG Ende 2016/Anfang 2017 Gespräche über ein Kombi-Ticket geführt beziehungsweise verhandelt.

Das Angebot

Das KVG-Angebot habe zunächst bei 390 000 Euro gelegen. Dieser Betrag sei aber mit dem Budget der documenta nicht umsetzbar gewesen. Das endgültige KVG-Angebot habe dann bei 252 000 Euro gelegen. Doch sollten d14-Besucher mit Dauerkarte und Gruppenticket kein Kombi-Ticket erhalten.

Die Ablehnung

„Diese Aussparung von Besuchergruppen entspricht nicht dem Konzept der documenta“, teilte die Ausstellungsgesellschaft mit. Deshalb habe man sich in Sachen Kombi-Ticket gegen die Zusammenarbeit mit der KVG entschieden.

Die Kosten

Zur documenta 14 werden etwa eine Million Besucher während der 100 Tage in Kassel erwartet. Bei der Zahlung von 390 000 Euro an die KVG für ein Kombi-Ticket hätte das demnach für die documenta Kosten in Höhe von 39 Cent pro Besucher bedeutet.

Das Bedauern

Dass es mit dem Kombi-Ticket zur documenta wieder nicht geklappt hat, hatte ein KVG-Sprecher gegenüber unserer Zeitung bedauert. Ob der Magistrat noch eine Möglichkeit sehe, um auf KVG und documenta einzuwirken, damit Inhaber von d14-Tageskarten und -Zweitageskarten doch noch kostenfrei den ÖPNV nutzen könnten, wollte jetzt der Stadtverordnete Boris Mijatovic (Grüne) wissen. Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) betonte, KVG und documenta seien zwei selbstständige Unternehmen. „Der Magistrat sollte da nicht dazwischen grätschen.“

Die Verbindungen

Der Kasseler Oberbürgermeister sei aber doch gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der documenta, hakte Mijatovic nach. Und Marcus Leitschuh (CDU) fragte Geselle sogleich, ob er sich als neuer OB für das Kombi-Ticket einsetzen wolle.

Verbindungen gibt es durchaus: Die documenta und Museum Fridericianum gGmbH befindet sich zu je 50 Prozent im Eigentum von Stadt Kassel und Land Hessen. Die KVG ist Tochter der Kasseler Verkehrs- und Versorgung-GmbH (KVV), in der die Stadt ihre Versorgungsunternehmen zusammengefasst hat.

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