1. Startseite
  2. Kultur
  3. documenta

documenta-Maskottchen „Moondog“ ist zurück in Kassel und soll ausgestellt werden

Erstellt:

Von: Peter Dilling

Kommentare

documenta-Kunst: Der Moondog war in der Hübnerhalle ausgestellt.
documenta-Kunst: Der Moondog war in der Hübnerhalle ausgestellt. © Rudolph, Katja

Während der documenta fifteen avancierte der „Moondog“ zum Maskottchen der Besucher. Nun ist der dicke Hund wieder zurück in Kassel.

Kassel – Dort soll er auf einem Grundstück von Elfi Eckart, Inhaberin der Künstler-Pension „Fenster zum Hof“ und Initiatorin der Rückholaktion, ,ein endgültiges Zuhause finden. Und zwar direkt an der Wolfhager Straße/Ecke Erzbergerstraße, In einer verglasten Hundehütte, aufgeständert auf Stelzen, damit er gut sichtbar ist.

Als Erinnerung an die documenta fifteen – ebenso wie das Gemälde, das die Künstlergruppe Taring Padi schräg gegenüber auf einer Hausfassade an der Erzbergerstraße als Geschenk für die Kasseler hinterlassen hat. Doch erst mal muss Eckart für das Projekt Spenden sammeln.

Ein Berg aus Plüsch: Elfi Eckart hat den auseinandergenommenen „Moondog“ in einem Schuppen neben ihrer Pension untergebracht. Links unten ist eine der gewaltigen Pfoten zu sehen.
Ein Berg aus Plüsch: Elfi Eckart hat den auseinandergenommenen „Moondog“ in einem Schuppen neben ihrer Pension untergebracht. Links unten ist eine der gewaltigen Pfoten zu sehen. © Peter Dilling

Denn die „Hundehütte“ wird nicht billig, eine fünfstellige Summe wird sie kosten, so schätzt der Architekt Jochen Vollmer, der für Eckart einen Bauantrag bei der Stadt Kassel stellen wird. Kein Wunder: Der Spitzname „Krümel“, den die documenta-Besucher dem dicken Hund gaben, ist eine ironische Untertreibung. Der Moondog ist ein mehr als drei Meter großes Monster aus Plüsch, das von Hartschaumschalen, Metallstreben und Drähten zusammengehalten wird.

Ursprünglich sollte der Hund, eine ausrangierte Theaterrequisite aus Bochum, als Symbol der Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb und als Mahnmal gegen die Wegwerfgesellschaft in Berlin ausgestellt werden. Doch dieser Plan habe sich zerschlagen, sagt Felix Grosse-Lohmann, vom Dachverband IFM der Materialkreislaufinitiativen in Deutschland. Deshalb kam nun Elfi Eckart, die von der „Schöpferin“ des Moondogs inspiriert wurde, zum Zuge.

Geplanter Standort an der Wolfhager Straße in Kassel: Hier soll der „Moondog“ eine aufgeständerte Hundehütte erhalten.
Geplanter Standort an der Wolfhager Straße in Kassel: Hier soll der „Moondog“ eine aufgeständerte Hundehütte erhalten. © Dilling, Peter

Der dicke Hund ist momentan kaum wiederzuerkennen. Er wurde von einer Spedition in zehn Einzelteilen auf einem Lkw nach Kassel geschafft. Grosse-Lohmann und Jens Steuber von der Initiative „Materialverteilung Kassel“ hatten alle Mühe, die riesigen Plüschteile in einen Schuppen von Eckart zu schaffen.

„Wie sollen wir den nur wieder zusammensetzen“, rief Eckart aus. „Keine Sorge, wir brauchen dafür nur vier Schrauben“, beruhigte sie Grosse-Lohmann. „Es wäre schön, wenn die Hundehütte bis zur Museumsnacht fertig würde“, sagt die Pensionsbesitzerin.

Maßarbeit: Felix Grosse-Lohmann (links), Jens Steuber (rechts) und ein Speditionsmitarbeiter hievten den Hunde-Koloss aus dem Lkw.
Maßarbeit: Felix Grosse-Lohmann (links), Jens Steuber (rechts) und ein Speditionsmitarbeiter hievten den Hunde-Koloss aus dem Lkw. © Dilling, Peter

Sie ist auch Mitglied im Ortsbeirat Nord-Holland und will sich dort für einen Zuschuss des Gremiums für das Projekt stark machen. Steuber hofft, dass der Moondog seiner Initiative für ein stadtweites System der Wiederverwertung alter Sachen ordentlich Anschub verleiht.

Info und Kontakt: Elfi Eckart, Tel. 01 78 - 6 89 99 43, look@fensterzumhof.de

Auch interessant

Kommentare