Noch keine Klarheit über Ankauf des Kunstwerks

documenta-Obelisk wird während Kasseler Weihnachtsmarkt stehenbleiben

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Bleibt auf jeden Fall bis ins neue Jahr stehen: Der documenta-Obelisk von Olu Oguibe auf dem Königsplatz.

Kassel. Der documenta-Obelisk von Olu Oguibe wird auf jeden Fall bis Anfang 2018 auf dem Königsplatz bleiben: Das Kunstwerk wird in die Budenmeile des Weihnachtsmarkts integriert.

Ein Abbau wäre vorerst nicht möglich, falls die Ankauf-Verhandlungen scheitern.

Auf dem Königplatz beginnen Anfang nächster Woche die Aufbauarbeiten für den Kasseler Märchenweihnachtsmarkt. Neben der großen Märchenpyramide und einem stattlichen lichtergeschmückten Nadelbaum wird zwischen den Marktbuden diesmal noch ein drittes Bauwerk in die Höhe ragen: der documenta-Obelisk, über dessen dauerhaften Verbleib in Kassel nach wie vor noch nicht entschieden ist.

Das steinerne Monument wird auf jeden Fall bis ins neue Jahr hinein an seinem Platz bleiben. Denn auch falls kein Einvernehmen mit dem Künstler Olu Oguibe über einen Ankauf erzielt würde, könnte der Obelisk vor und während des Weihnachtsmarkttrubels einstweilen nicht abgebaut werden.

Nach Angaben von Rathaussprecherin Petra Bohnenkamp ist die Stadt aktuell aber weiter im Gespräch mit Oguibe, nachdem es zunächst geheißen hatte, die Preisvorstellung des Künstlers sei nicht erfüllbar. Kulturdezernentin Susanne Völker hatte sich zuletzt optimistisch geäußert, dass doch noch eine Einigung erzielt werden kann und die Ankaufkosten dann über eine Spendenaktion, die Völker initiieren würde, zusammenkommen.

Bis darüber Klarheit herrscht, sei die documenta vorerst von der vertraglichen Pflicht entbunden, den Obelisk-Standort auf dem Königsplatz wieder zurückzubauen, sagte Stadtsprecherin Bohnenkamp.

Währenddessen haben sich die Weihnachtsmarkt-Planer darauf eingestellt, das Monument in ihre Budenplanung für den Königsplatz zu integrieren. „Gestalterisch gehen wir aber nicht an den Obelisken heran, er ist ja schließlich ein Kunstwerk“, betonte Andrea Behrens von Kassel Marketing. Irgendwelche weihnachtlichen Beleuchtungen oder Dekorationen an dem documenta-Objekt werde es nicht geben.

Der Standort des Obelisken auf dem Platz habe bei der Weihnachtsmarkt-Planung „einen Domino-Effekt ausgelöst“, sagte Behrens: Ein großer, allseitig begehbarer Kerzenstand könne dort nicht wie in Vorjahren stehen und habe verlegt werden müssen. Dies wiederum habe Auswirkungen auf die Standorte von einem halben Dutzend weiterer Buden gehabt. „Die Umplanung hat uns einige Arbeit gekostet, denn für das Publikum muss die Mischung stimmen und auch die Anbieter mussen zufrieden sein“, sagte Behrens.

Nach ihren Worten wird die Betreiberin des besagten Kerzenstandes kreativ auf das documenta-Kunstwerk in den Budenreihen reagieren: An dem Stand sollen auch festliche Kerzen in Obelisk-Form angeboten werden.

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