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Corona und Defekt am Boot: documenta-Schiff soll am Mittwoch weiterfahren

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Von: Kathrin Meyer

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Hier soll sie Ende Juli anlegen: Das Holzkonstrukt an der Spitzhacke ist dem Dach des Kunstschiffes Citizenship nachempfunden.
Hier soll sie Ende Juli anlegen: Das Holzkonstrukt an der Spitzhacke ist dem Dach des Kunstschiffes Citizenship nachempfunden. © Dieter Schachtschneider

Das Kunstschiff Citizenship liegt derzeit in Edesbüttel, einer kleinen Gemeinde zwischen Wolfsburg und Braunschweig mit etwas mehr als hundert Einwohnern. Ganz so geplant war der Stopp dort nicht.

Kassel/Wolfsburg – In den vergangenen Tagen sei immer wieder Wasser durch einen der an der Unterseite des Schiffes angebrachten Schwimmkörper eingedrungen, bestätigt Lisa Georgi vom Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik. Deshalb musste das Schiff repariert werden. Am Mittwoch soll die Fahrt Richtung Kassel dann aber nach einem letzten Check durch einen Bootsbauer im benachbarten Abbesbüttel weitergehen.

Gemeinschaftsprojekt: Zum Start des documenta-Projekts Citizenship in Berlin muss die Ausrüstung an Bord gebracht werden.
Gemeinschaftsprojekt: Zum Start des documenta-Projekts Citizenship in Berlin muss die Ausrüstung an Bord gebracht werden. © Robert Klages

Neben dem Defekt am Boot macht der Künstler-Crew der Citizenship auch Corona zu schaffen. Mehrere Künstler auf dem Boot sind infiziert und kurieren gerade ihre Infektion aus, bestätigte Lisa Georgi.

Kassel: „Nur mit menschlicher Kraft“ betriebenes documenta-Schiff verspätet sich

Die Citizenship besteht im Grunde aus dem Dach des Berliner Gebäudes, das von Künstlern zu einer Art Floß umgebaut wurde, um damit zur documenta nach Kassel zu schippern. Auf seiner mehrwöchigen Reise über Havel, Mittellandkanal, Weser und Fulda macht das Kunstschiff an gut 40 Stellen Station. Das Schiff wird ohne fossile Brennstoffe, nur mit menschlicher Kraft angetrieben. Die Besatzung wird zusammen mit Anwohnern und Besuchern paddeln, radeln, ziehen und schieben, um das Schiff in Bewegung zu setzen, heißt es.

Zusätzlich hat das Schiff seine Reise auch ohne jegliche Ausstattung angetreten. Lebensmittel, Unterkunft und Kulturprogramm muss sich die Besatzung des Schiffes auf den unterschiedlichen Etappen in Kollaboration mit örtlichen Vereinen, Häfen, Kommunen und Unternehmen einwerben. Die Abhängigkeit von lokalen Strukturen ist Teil des künstlerischen Gesamtkonzepts.

Ursprünglich war die Ankunft in Kassel am 22. Juli geplant. Lisa Georgi geht durch den Defekt am Kunstschiff und die Corona-Erkrankungen davon aus, dass sich die Ankunft um mindestens eine Woche verschieben wird. Die Citizenship wird daher nicht vor Ende Juli in Kassel erwartet. (Kathrin Meyer)

Die documenta 2022 in Kassel ist in vollem Gang - hier im Überblick alle wichtigen Infos zu Terminen, Dauer und Tickets der Weltkunstausstellung.

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