documenta-Typen

Typologie, documenta 13
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Typ: Der Kenner - Der Kenner hat Sendungsbewusstsein: Er ist der Platzhirsch auf der Weltkunstschau und war schon Gast in Kassel, als die meisten anderen noch glaubten, die documenta sei eine Fachmesse für Archivare. Seine besonderen Fähigkeiten: Er kann in geselliger Runde aus dem Stand mindestens drei Anekdoten von seinen Begegnungen mit documenta-Gründervater Arnold Bode erzählen. Gern schwelgt er in Erinnerungen an die frühen Ausstellungen der 50er- und 60er-Jahre, die er für die besten hielt
Typologie, documenta 13
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Typ: Die Asiatin - Die Asiatin bringt nach Kassel, was frühestens nächsten Sommer im deutschen Elektronikgroßhandel erhältlich ist. Sie ist jung, kommt aus Japan, China oder Südkorea und sieht Kassel vor allem durch den Sucher ihrer hochmodernen Kamera. Wenn sie alle ihre Fotos von Kassel in ihrem Heimatland zusammenlegen würde, entstünde dort eine zweidimensionale Kopie der Stadt. Gern trägt sie große Rucksäcke, in denen sie ihr Equipment verstauen kann. Dort werden auf ihrer Rückreise auch die Markenartikel Platz finden, die sie in Kunstpausen tütenweise durch die Königsstraße trägt.
Typologie, documenta 13
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Typ: Die Pädagogin - Die typische Pädagogin taucht im Kunstbetrieb als Gast immer wieder auf. Sie interessiert sich fürs Kabarett, für Jazz-Konzerte und eben auch für die zeitgenössische Kunst. Als Allrounderin hat sie zwar oft nur ein gesundes Halbwissen, aber dieses bringt sie - auch ungefragt - gern zur Geltung. Auf der documenta begegnet man dem typischen Pädagogen sowohl in der bereits pensionierten Variante als auch im aktiven Status. In der weiblichen Form trägt sie gern Textilien aus Leinen, raffiniert kombiniert mit Tüchern und Schals.
Typologie, documenta 13
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Typ: Der Hipster - Der Hippe studiert in Berlin oder Barcelona und trägt auf der documenta seine Lebenseinstellung zur Schau. Mit Dreitagebart, verwuschelten Haaren, Röhrenjeans und Hornbrille suggeriert er jugendliche Gelassenheit bei gleichzeitiger Intellektualität. Der wache Geist weiß: Die Kunst erwartet nicht, dass ich rasiert vor ihr erscheine. Sein Erkennungsmerkmal ist die mit klugen Sprüchen bedruckte Jutetasche.
Typologie, documenta 13
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Typ: Der Kasseler - Der Kasseler lässt sich nichts vormachen: Vieles, was ihm die documenta vormacht, kann er selbst. In diesem Jahr ist sein Kunstinteresse aber spontan erwacht, als "Frau Baggaschief, oder wie die künstlerische Leiterin heißt", viele sonst verschlossene Orte zugänglich gemacht hat. So treibt ihn der Forscherdrang in die Ausstellung. Mit Helm in den Bunker, das ist für ihn wie ein Ausflug ins Bergwerk, für den er sich stets gut verpflegt.

Quelle: mydocumenta

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