documenta 13: Viele Teilnehmer sind schon heute bekannt

Zusammenarbeit mit Volkswagen: Carolyn Christov-Baragiev mit dem chinesischen Künstler Yan Lei in Baunatal. Foto: Koch

Kassel. Gebannt wartet die Kunstwelt auf die Künstlerliste. Das ist bei jeder documenta so. Es scheint aber, als wolle Carolyn Christov-Bakargiev auch hier gängige Mechanismen aushebeln. Zum einen, indem sie einige Künstler längst vorgestellt hat.

Zum anderen, indem sie den Teilnehmer-Begriff sehr weit fasst. Auch Wissenschaftler, die zu ihrem Team zählen, sind für sie „Teilnehmer“: 107 Personen umfasst die Liste auf www.documenta.de bereits - von Agrarökologen und Anthropologen bis zu Zoologen.

Dazu zählen Christov-Bakargievs „Berater“ und „Agenten“, aber auch Philosophen wie Theodor W. Adorno und Walter Benjamin sowie Künstler wie Salvador Dalí, die vorab in der Publikationsreihe „100 Notizen - 100 Gedanken“ publiziert werden.

Horst Hoheisel

Als Teilnehmer vorgestellt hat Christov-Bakargiev den Kasseler Künstler Horst Hoheisel, mit dem sie den Aschrott-Brunnen am Rathaus in Kassel gereinigt hat, den Computer-Pionier Konrad Zuse, Yan Lei, der im VW-Werk Baunatal tätig sein wird, Julieta Aranda mit dem Projekt Time/Bank (Zeitbank) sowie die aktuelle Arnold-Bode-Preisträgerin Goshka Macuga.

Goshka Macuga

Eine wichtige Rolle spielt für sie die Gruppe AND AND AND, zu der Ayreen Anastas und Rene Gabri gehören. Ausstellungen, Künstlerbücher und einzelne Werke der documenta stammten schon von Giuseppe Penone (Bronze-Baum in der Karlsaue), Guillermo Faivovich und Nicolás Goldberg (Meteorit „El Taco“ im Portikus in Frankfurt), Natascha Sadr Haghighian (Buch „Seeing Studies), Jimmie Durham (Apfelbäume in der Aue) und Pierre Huyghe (Film „The Host and The Cloud“). In Vorträgen rühmt „CCB“ die Künstler Man Ray, Lee Miller und Gustav Metzger.

Pierre Huyghe

Ein offenes Geheimnis ist, dass der Kasseler Kunsthochschul-Rektor Christian Philipp Müller teilnehmen wird. „Breitenau-Raum“ („The Workhouse“) heißt ein Projekt der Künstlerin Ines Schaber und der Soziologin Avery Gordon. Clemens von Wedemeyer hat im Kasseler K 19 während eines Punkrockkonzerts einen Film drehen lassen, der gebürtige Libanese Tarek Atoui, ein Sound-Performance-Künstler, hat sich versehentlich „geoutet“.

Mitunter werben Galerien bereits für die Teilnahme ihrer Künstler, so bei Renata Lucas, Anna Boghiguian, Susan Hiller und Tacita Dean. Spekuliert wird auf Kunst-Seiten im Netz über die Teilnahme von Gerard Byrne, Theaster Gates, Jeon Joonho, Rabih Mroué, Susan Philipsz, Nedko Solakov, Adrian Dziegielewski, Apichatpong Weerasethakul (er ist Gewinner der Goldenen Palme des Cannes-Filmfestivals 2010), Gabriel Lester und Pedro Reyes, zumal einige auf der documenta-Seite erwähnt werden.

Die Liste zeigt aber auch, dass die Namen allein zum jetzigen Zeitpunkt noch wenig bringen. Entscheidend wird sein, was welche Künstler tatsächlich in Kassel verwirklichen werden.

Notizbücher und Hundekalender

documenta-Notizbücher stammen von den Künstlern Etel Adnan (die auch Dichterin ist), Ida Applebroog (Teilnehmerin der documenta 7), Doug Ashford, Julie Ault, Mario Garcia Torres, Mariam Ghani, Emily Jacir, Nalini Malani, Ana Prvacki, Jalal Toufic, Massimo Bartolini, William Kentridge (der bereits bei der documenta 10 und 11 dabei war), Erkki Kurenniemi, Paul Ryan, Mariana Castillo Deball, Matias Faldbakken (der schon bei Rein Wolfs in der Kunsthalle Fridericianum ausgestellt hat), David Link, Fernando García-Dory, Ian Wallace und Lawrence Weiner. Eins stammt vom Filmemacher Alejandro Jodorowsky. Einige von ihnen haben in der von Christov-Bakargiev kuratierten Sydney-Biennale und den von ihr geleiteten Museen P.S.1 in New York und Castello di Rivoli bei Turin ausgestellt.

Für Carolyn Christov-Bakargievs documenta-Hundekalender sandten Künstler Fotos oder sie teilten ihr mit, dass sie keine Hunde haben: Albert Serra, Ceal Floyer, Abraham Cruzvillegas, Haegue Yang, Sanja Ivekovic (sie hat 2007 Mohn auf dem Friedrichsplatz gepflanzt), Seth Price, Mika Taanila, Kader Attia, Wael Shawky, Willie Doherty, Haris Epaminonda, Dora Garcia, Thomas Bayrle, Mark Dion, Brian Jungen, Anna Maria Maiolino, Simryn Gill, Amar Kanwar (Letzere beide schon 2007 dabei), Jennifer Allora, Guillermo Calzadilla (sie legten bei der Venedig-Biennale 2011 einen Panzer vor dem US-Pavillon auf den Kopf), Carol Bove, Attila Csörgo, Thea Djordjadze, Franciy Alys, Istvan Csákány, Jessica Warboys, Trisha Donnelly.

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

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