Adam Szymczyk stellt Kooperationsprojekt vor

documenta 14 zeigt Kunst aus Athen im Kasseler Fridericianum

Stellten ihr Austausch-Konzept vor: Die Die Athener Museumsdirektorin Katarina Koskina und d14-Leiter Adam Szymczyk.

Kassel. Einen Monat vor der Eröffnung der documenta 14 in Athen hat der künstlerische Leiter, Adam Szymczyk, in Kassel ein zentrales Kooperationsprojekt der Weltkunstausstellung mit dem Nationalen Museum für zeitgenössische Kunst (EMST) in Athen vorgestellt.

Danach wird das EMST zum Hauptstandort der documenta 14 in Athen (8.4. bis 16.7.). Umgekehrt wird eine Auswahl der ständigen Sammlung des Athener Museums bei der Ausstellung in Kassel vom 10. Juni bis 17. September im Fridericianum gezeigt.

Zusammen mit der Direktorin des EMST, Katarina Koskina, und einem Kuratorenteam stellte Szymczyk Einzelheiten der Planung für die documenta 2017, die erstmals gleichberechtigt in zwei Städten stattfindet, im Fridericianum, dem Hauptstandort der documenta, vor.

Knapp ein Viertel der 1100 Werke umfassenden Athener Sammlung, 230 Werke von 70 Künstlern, sollen im Fridericianum gezeigt werden. Viele seien in den letzten zwei Jahren entstanden, aber auch Kunstwerke aus der Zeit der Diktatur in Griechenland (1967-1974) seien darunter, sagte Szymczyk. Namentlich erwähnt wurden Künstler wie Jannis Kounellis, Kent Williams und Mona Hatoum. Allerdings wird im Fridericianum nicht allein Kunst des EMST gezeigt. Es handele sich nicht um eine „homogene Präsentation“, andere Arbeiten würden „zugemischt“.

Das Athener Museum für zeitgenössische Kunst, das in einem umgebauten Brauereigebäude beheimatet ist, wird neben einer kleinen Auswahl aus der eigenen Sammlung vor allem Auftragswerke internationaler Künstler – „so wie es bei documenta-Ausstellungen üblich ist“ – zeigen.

Am zentralen Ort der documenta: Vorhänge mit den Städtenamen Athen in lateinischer Schrift und Kassel in griechischer Schrift symbolisieren am Fridericianum die Doppelausstellung. Fotos: Malmus

Die Wahl des Standorts sei in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung, erklärte Szymczyk. EMST-Direktorin Katarina Koskina unterstrich, wie wichtig für das Museum die Kooperation mit der documenta sei. Seit der Gründung im Jahr 1997 musste das Museum mehrfach das Gebäude wechseln und konnte für seine rege Ausstellungstätigkeit jahrelang nur den Konzertsaal des Athener Konservatoriums nutzen. Auch momentan ist das Museumsgebäude in Vorbereitung auf die documenta geschlossen.

Szymczyk verglich die Situation des Athener Museums mit der des Fridericianums, das während der ersten documenta im Jahr 1955 ebenfalls nur eingeschränkt nutzbar gewesen war. Damals sei der Begriff des „Museums der 100 Tage“ geprägt worden.

Der documenta-Leiter erklärte, man setze auf die Spannung, die sich durch die zeitlich versetzte Ausstellung an zwei Standorten ergebe. Koskina verwies darauf, dass Kunst, die in verschiedenen Kontexten gezeigt wird, unterschiedliche Erfahrungen ermöglicht. Die provokante Frage, was er entsprechend dem Motto der d14 „Von Athen lernen“ bisher von Athen gelernt habe, wollte Szymczyk in dieser pauschalen Form allerdings nicht beantworten.  

documenta 14 zeigt Kunst aus Athen im Kasseler Fridericianum

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.