documenta-Künstler zur Klausur in kanadischem Nationalpark

documenta jenseits von Kassel: Die Klausur „The Retreat“ findet im Banff Center im gleichnamigen kanadischen Nationalpark statt. Die Stadt Calgary ist zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Foto: dpa/Montage: hna

Kassel. Steile Felsen und türkisfarbenes Wasser sind offenbar auch eine Position. Zumindest hat sich die documenta eine spektakuläre kanadische Landschaft ausgesucht, um sich mit einigen Künstlern bis zum 15. August einzuschließen.

„The Retreat“ – der Rückzug oder die Zuflucht – heißt das Seminar, das neben Kassel, Kabul und Kairo die vierte documenta-Position verkörpert. Die Teilnehmer, darunter Chefkuratorin Carolyn Christov-Bakargiev und die Künstler Pierre Huyghe, Brian Jungen und Claire Pentecost, haben sich dafür ins Banff Center in der Provinz Alberta zurück.

Das einsam gelegene Kultur- und Konferenzzentrum liegt zwei Stunden von Calgary entfernt und ist ein Treffpunkt für Künstler aller Disziplinen. Jeden Sommer findet dort die Kultur-Forschungsreihe „Research in Culture“ statt, die in diesem Jahr die documenta beherbergt.

Im Begleittext zum zweiwöchigen Retreat heißt es, dass durch das Treffen „Fragen zum Charakter unserer Gesellschaft und zur Art und Weise der künstlerischen Erkundung“ gestellt werden sollen. Ziel der abgeschotteten Gemeinschaft sei es, „neue Wege des Werdens und des Dazugehörens“ zu erschaffen.

Dazu finden täglich Seminare statt, die am Abend mit dem Vortrag eines Teilnehmers enden.

Öffentliche Vorträge

So sprach unter anderem Pierre Huyghe, der in Kassel mit seinem Biotop inklusive Hunden für Aufsehen sorgt, über den „Bund der befreiten Zeit“. Außerdem machte sich die Philosophin Catherine Malabou Gedanken über die „Klausur als Metapher“. Die Vorträge sind der einzige öffentliche Teil des Treffens, doch vor Beginn der Konferenz war man sich nicht einmal im Banff Center sicher, ob und wie viele Zuhörer sich auf den Weg durch die kanadische Wildnis machen würden.

Gern hätten wir von einem der Teilnehmer erfahren, warum die Themen, die ja die ganze Gesellschaft betreffen sollen, so abgeschottet diskutiert werden.

Was trägt die ferne Klausur zur für alle sichtbaren documenta in Kassel bei? Doch der Rückzug in Kanada scheint ziemlich komplett zu sein. Trotz mehrerer Anfragen war ein Interview bisher nicht möglich.

Von Saskia Trebing

Quelle: mydocumenta

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