Erst Kunst, dann Schnitzel - Wo d13-Besucher speisen

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Menü aus dem Glas: Neben dem Klassiker Wiener Schnitzel bietet Rainer Holzhauer den Gästen Suppe, Salat und Nachtisch aus Einweck-Behältern im Gewächshaus in der Karlsaue an.

Kassel. „Die Leute kommen nach Deutschland und wollen Wiener Schnitzel essen“, sagt Rainer Holzhauer. Auch die internationalen Gäste der documenta.

Der Kunde ist König: Und so steht auf der Speisekarte, die der Grischäfer-Gastronom im Gewächshaus in der Karlsaue anbietet, natürlich auch Wiener Schnitzel (14,50 Euro). Vom Kalb, versteht sich.

Eine der wenigen Speisen, die Holzhauer nicht im Glas präsentiert: Ob Suppe, Salat, Schmandmus oder Ahle Wurscht – derzeit ist es angesagt, die Gerichte im Einweckgefäß aufzutischen. Holzhauer ist vom Eröffnungswochenende der Kunstschau begeistert: „Das Arbeiten hat richtig Spaß gemacht, weil alle so glücklich waren.“

Im Gewächshaus herrscht eine angenehme Atmosphäre mit schönen Blumen (natürlich im Glas) und Musik aus der Jukebox. Die Besucher können aus 100 Songs (für 100 Tage) wählen. Der Spaß mit John Lennon, den Sex Pistols und James Brown ist gratis. Die Gäste seien besonders von dem idyllischen Biergarten vor dem Gewächshaus angetan, sagt Holzhauer. Viele Einheimische hätten bereits um eine Wiederauflage auch in documenta-freien Sommern gebeten.

Einen ungewöhnlichen Blick bekommen die Besucher des Base (13) in ehemaligen Lagerhallen am Kulturbahnhofgeboten. Neben dem Schrottberg der Künstlerin Lara Favaretto ist ein Gastronomiebereich mit gut 400 Quadratmetern aufgebaut. Alte Stühle aus Klassenzimmern und Liegestühle laden zum Verweilen. Die Gäste blicken nicht nur auf den Schrottberg, sondern können sich auch an Kassels Wahrzeichen erfreuen. Der Herkules thront im Hintergrund. Die Gäste seien begeistert von dem Ort, sagt Gastronom Marco Teigelake.

Besonders gefragt beim internationalen Publikum seien regionale Spezialitäten. Die Portion „North Hessian Ahle Wurscht“ kostet fünf Euro. Es gibt aber auch leichtere Kost wie Suppen und Salate.

Einen ganz außergewöhnlichen Ort zum Speisen findet man in der Unterneustadt. Im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Elwe lautet das Motto „Knast muss keine Strafe sein“. Gastronomin Hannelore Mayer-Stahl (Landhotel Rosenhof, Felsberg) lädt jeden Abend in ihr Gourmet-Restaurant in der früheren Knast-Turnhalle zum Sechs-Gänge-Menü (74 Euro) ein. Wer es günstiger mag, kann im Gefängnis-Innenhof speisen. Bratwurst im Brötchen gibt es für 2,50 Euro, das Mittagsmenü koste unter fünf Euro, sagt Mayer-Stahl. Nächste Woche Freitag steht ein Knast-Menü auf dem Programm: Auftakt bilden Wasser und Brot, danach wird es besser.

Die Kundschaft von Apel Catering auf dem Friedrichsplatz hat am ersten documenta-Wochenende besonders Gerichte aus dem Wok, Gemüse und Fisch, verlangt. Aber auch die klassische Currywurst ist bei Kunst-Kennern wieder gefragt. Vor dem Fridericianumkostet sie 3,50 Euro. (use)

Quelle: mydocumenta

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