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documenta-Künstler und Kasseler Schüler gestalten Container-Farm in Waldau

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Von: Andreas Hermann

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Schüler der Klasse 8C der Offenen Schule Waldau mit den documenta-Künstlern der kenianischen Gruppe Wajukuu Art Project vor der Container-Farm.
Sorgten gemeinsam für den bunten Anstrich: Schüler der Klasse 8A der Offenen Schule Waldau mit den documenta-Künstlern der kenianischen Gruppe Wajukuu Art Project vor der Container-Farm. © Andreas Fischer

Die documenta macht Schule: Künstler des Wajukuu Art Projects haben am Donnerstag mit Achtklässlern der Offenen Schule Waldau (OSW) einen Schiffscontainer gestaltet.

Waldau - Unter Einsatz von Klebeband, Pinsel und Farbe erhielt der Stahl-Koloss bei der deutsch-kenianischen Gemeinschaftsaktion einen knallig-bunten Anstrich. Der ausrangierte Schiffscontainer der OSW hat einen wertvollen Inhalt, firmiert unter dem Titel „osVVertical“ als ein offizielles Nachhaltigkeitsprojekt der documenta fifteen. In seinem Inneren befindet sich Kassels erste vertikale Farm. Salat, Gemüse und Kräuter werden darin nicht horizontal – also flach auf dem Boden –, sondern vertikal an Säulen und Seilen angebaut. Die vertikale Farm erzeugt auf 30 Quadratmetern Fläche so viel Salat und Gemüse wie eine 6000 Quadratmeter große Ackerfläche.

Die Zusammenarbeit mit Schülern ist für das Künstlerkollektiv aus Nairobi keineswegs neu. In ihrer Heimat organisieren die Lumbung-Member der documenta fifteen schon seit vielen Jahren Kunst- und Musikerziehung für Kinder und Jugendliche, versuchen ihnen damit Lebensperspektiven und Selbstvertrauen zu vermitteln.

Bei der Farb-Aktion in Waldau haben sich die Wajukuu-Künstler und die Schüler der Klasse 8A zunächst grafische Elemente und Muster überlegt. Dann wurden Formen an den Container geklebt und schließlich wurde gestrichen, berichteten die bei der OSW für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Lehrerin Andrea Wimmer sowie die Klassen- und Kunstlehrerin der 8A, Verena Heber-Lietzmann. Verständigt hätten sich Künstler und Kinder bei ihrem gemeinsamen Projekt auf Englisch. Auch da habe es aber keine Probleme gegeben, versicherte Andrea Wimmer. Nicht nur am Donnerstag beim Anstrich des Container-Äußeren, sondern auch bei der dauerhaften Betreuung der vertikalen Farm im Inneren kommt den OSW-Schülern der Jahrgangsstufe 8 eine besondere Verantwortung für den nachhaltigen Anbau zu. Eine kleine Gruppe dieses Jahrganges sind die einzigen Schüler, denen es überhaupt erlaubt ist, die Hightech-Container-Farm zu betreten. Alle anderen Schüler, Lehrer oder auch Besucher der Offenen Schule können sich über das Geschehen im Inneren des dauerhaft in Waldau verbleibenden Containers nur durch das Scannen eines QR-Codes informieren, der an seiner Außenwand klebt.

Für die documenta fifteen ist das Projekt „osVVertical“ an der Schule in Waldau eines von mehreren langfristig angelegten Nachhaltigkeitsprojekten. Diese sollen ökologische, ökonomische, künstlerische und soziale Faktoren vereinen. Übrigens unterstützt jeder Besucher dieser Weltkunstausstellung diese Projekte in Sachen Nachhaltigkeit: Ein Euro jedes verkauften documenta-Tickets kommt ihnen zugute.

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