Die documenta 13 geht mit besonderen Programmpunkten, aber ohne Abschiedsfest zu Ende

Feuerschlucken und Hypnose

Eine Ausstellung sei wie ein Organismus, der aufgeht und sich entfaltet, wie ein Gemüsekeim, heißt es im Presse-Statement der documenta zu den letzten Tagen der Weltkunstschau. Sie erwachse aus Intuition, bilde Instinkt aus, eine Option, dann Wissen; wie eine Pflanze habe sie Wurzeln, Keime, Früchte.

Was mit dieser Pflanze am Sonntagabend passiert, wenn die documenta 13 geschlossen wird, sagt der - wie meist bei documenta-Erklärungen sperrige bis wirre - Text nicht. Wird sie einfach ausgerissen oder überwintert sie insgeheim bis zur 14. documenta im Jahr 2017? Auch welche Früchte sie tragen wird, kann man vermutlich noch nicht ermessen.

Fest steht: Einen offiziellen Abschluss oder ein Fest wird es nicht geben. Aber ungewöhnliche Programmpunkte.

documenta-Künstlerin Chiara Fumai wird am Sonntag, 20 Uhr, ihre Performance „Shut Up. Actually, Talk (the world will not explode)“ auf dem Dach des Fridericianums wiederholen. „Halt’s Maul“ ist natürlich auch ein Weg, die documenta zu verabschieden, nach deren Ende die Welt sich gewiss weiterdrehen wird.

Mit Schauspielerinnen sowie zwei Feuerspuckerinnen wird die Künstlerin über Megafone Passagen aus Carla Lonzis Manifest der 70er-Jahre, „Let’s Spit on Hegel“, und „I say I“ von Rivolta Femminile deklamieren. Die Akteurinnen werden auf dem Dach zwischen den Attika-Figuren und auf dem Friedrichsplatz zu sehen sein.

d13-Künstler Marcos Lutyens lädt für Sonntag, 18 Uhr, zu einer besonderen, einstündigen Freiluft-Gruppen-Sitzung seiner Hypnose-Show ein. Sie wird unter dem Dach von Paul Ryans „Threeing“-Pavillon stattfinden. Schon kurz nach der Bekanntgabe war die Veranstaltung komplett ausgebucht.

Abschied nehmen von der documenta kann man auch bei einem Tee bei einer Sahrauhi-Feier bei den Frauen der Westsahara am Samstag, 15 Uhr, an deren Zelt in der Karlsaue. Auch eine letzte zehnstündige Ausdauer-dTOUR wird angeboten (Buchung: Tel. 0561/70 72 770, visitors@documenta.de).

Wer sich im Organismus d13 nach der Kunst fühlt wie eine vertrocknete Pflanze, kann sich Shiatsubehandlungen unterziehen. Der Berufsverband Gesellschaft für Shiatsu bietet anlässlich der Deutschen Shiatsu-Tage in Kassel heute von 13 bis 16 Uhr am Glashaus Gesundheitsübungen an. Kosten: ein Euro pro Minute - der Erlös geht an einen guten Zweck. Texte und Bilder zur d13 auf www.mydocumenta.de

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

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