Spaziergang gegen Rüstung

Frieden am Parthenon: documenta hat sich bei Demonstrant entschuldigt 

Spaziergang und Demonstration: Das Kasseler Friedensforum hatte gestern zum Protest gegen die Rüstungsproduktion aufgerufen. Diesmal duldete die documenta die Aktion. Vor zweieinhalb Wochen wurde ein Aktivist abgeführt. Foto:  Fischer

Kassel. Diesmal verlief der Protest am Parthenon ohne Zwischenfälle. Dafür sorgte unter anderem documenta-Presseprecherin Henriette Gallus, die sowohl mit den Sicherheitskräften als auch mit den Teilnehmern sprach.

Als Spaziergang hatte das Kasseler Friedensforum den Protest gegen die Rüstungsproduktion deklariert. Eine Demonstration muss man bei der Polizei anmelden, einen Spaziergang nicht. Was gestern am Parthenon der Bücher passierte, war eine Zwischenform.

Die documenta hatte jedenfalls spürbar kein Interesse daran, dass sich ein Zwischenfall wie vor zweienhalb Wochen wiederholt. Da hatte sich der Friedensaktivist Hans Eitle (62) aus Bad Zwesten auf den Weg zum Friedrichsplatz gemacht. Mit einem selbst gebastelten Schild protestierte er dagegen, dass in Kassel bei Krauss-Maffei-Wegmann Panzer produziert werden. Was dann passierte, sorgte für Kopfschütteln und deutliche Kritik an der documenta. Der harmlose Friedensdemonstrant wurde von Sicherheitskräften abgeführt. „Warum das geschehen ist, weiß ich bis heute nicht genau“, sagte am Sonntag Pressesprecherin Henriette Gallus. Aus dem Vorfall habe man die Konsequenz gezogen, dass sie jetzt immer informiert werden soll, wenn es Zwischenfälle gibt. Es sei klar, dass die documenta während der 100 Tage auf dem Friedrichsplatz das Hausrecht habe. Friedliche Meinungsäußerungen und auch Proteste müssten aber möglich sein. Bei dem Friedensaktivisten Hans Eitle habe man sich entschuldigt. documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff habe ihm einen Brief geschrieben und ein Gespräch angeboten.

Am Sonntag verteilten Mitglieder des Friedensforums Flugblätter mit der Stellungnahme des katholischen Dechanten Harald Fischer. Der hatte sich nach dem Platzverweis für Eitle mit deutlicher Kritik zu Wort gemeldet und zum Dialog über dieses Thema aufgefordert. Diesen Vorschlag griff das Kasseler Friedensforum auf. Mit einem Spaziergang durch den Parthenon der Bücher wolle man ein entsprechendes Zeichen setzen, so die Organisatoren.

Am späten Nachmittag wurde der Friedrichsplatz dann erneut zum Schauplatz einer Aktion. Da trafen sich mehrere Dutzend friedensbewegte Frauen. Auch bei dieser Aktion hielten sich die Sicherheitskräfte zurück.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.