Friedrichsplatz und Bahnhof

Friedrichsplatz und Bahnhof: Vandalismus gegen documenta-Werke

Das ist keine Kunst: Mit rosa, blauer und gelber Farbe wurde in der Nacht zum Freitag der Metallwürfel von Guillermo Faivovich und Nicolas Goldberg auf dem Friedrichsplatz beschmiert. Foto:  Ditzel

Kassel. Es könnte Kunst sein: An einem rostigen Eisenwürfel auf dem Friedrichsplatz tropft rosarote, blaue und gelbe Farbe hinunter. Sie läuft aus weißen Kaffeebechern, die auf dem Quader liegen. Doch die vermeintliche Installation ist der zweite Fall von Vandalismus innerhalb von zwei Tagen.

Der Würfel des Künstlerduos Guillermo Faivovich und Nicolas Goldberg bekam die Farbe offenbar in der Nacht zum Freitag ab, am Tag zuvor war die Jalousien-Installation von Haegue Yang im Kulturbahnhof mit einem Farbbecher beworfen worden. Dieser hatte jedoch sein Ziel verfehlt, und die rote Farbe war im Gleisbett gelandet.

„Wir nehmen an, dass die Fälle zusammenhängen“, sagte gestern documenta-Sprecherin Henriette Gallus. Gleich nach Entdeckung des bunten Übergriffs wurde auch die Polizei auf den Friedrichsplatz gerufen, um Spuren zu sichern. Die Beamten fanden Handabdrücke in den Farbpfützen und stellten die Pappbecher sicher. Über die Höhe des Schadens war gestern noch nichts bekannt, die documenta erstattete Anzeige wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Auch zwei andere Kunstwerke haben die d13 nicht unversehrt überlebt. Zum Zissel traf es die Bronzeskulpturen von Carol Bove an der Orangerie, die noch immer völlig verbeult sind. Auch der Geist von Apichatpong Weerasethakul in der Aue wurde nicht gerade pfleglich behandelt und vermisst jetzt ein Stück Fuß.

Unkonventioneller Umgang mit einem Kunstwerk

Die Faivovich & Goldberg Variationen

Trotzdem hat die Farb-Attacke für Henriette Gallus eine andere Qualität. „Einen Fall, bei dem jemand so deutlich mit Absicht ein Werk zerstört hat, hatten wir noch nicht“, sagt sie.

Jedes Stück Kunst, das auf der d13 gezeigt wird, ist auch gegen Vandalismus versichert – solange der documenta nicht nachgewiesen wird, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Doch den künstlerischen Originalzustand kann unter Umständen auch Geld nicht wieder herstellen.

Nach einer ersten Einschätzung der Restauratoren sind die Schäden am Faivovich-Würfel irreparabel. Die Dispersionsfarbe habe sich in die Metalloberfläche gefressen.

Die Polizei erbittet Hinweise unter 0561/9100.

Quelle: mydocumenta

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