So funktioniert Bartolinis Welle

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Sie wandert und wandert und wandert und läuft doch niemals aus: "The Wave" (Die Welle) von Massimo Bartolini

Kassel. Sie wandert und wandert und läuft doch niemals aus. Die Installation "Wave" (Welle) von Massimo Bartolini auf der Karlswiese lädt zum Verweilen und Meditieren ein. Doch wie funktioniert das Kunstwerk?

Herwig Thol

Im Prinzip sind die Wellen-Kunstwerke von Massimo Bartolini- zum ersten Mal im Jahre 2000 im Garten der Villa Medici in Rom gezeigt - von nur minimaler Ästhetik aber einer ungeheuren meditativen Wirkung - das Nonplusultra  für einen Zen-Garden. Alles fließt und kehrt doch wieder zurück - der Kreislauf des Lebens wird hier auf sehr sensible Art und Weise interpretiert.

Kurzclip: Wave

Doch warum sdchwappt die Welle nicht über? Warum hat sie ihre Scheitelpunkte an immer den gleichen Stellen? Wir sprachen darüber mit dem Garten- und Landschaftsarchitekten Herwig Thol, der Bartolini beim Aufbau des Kunstwerks zur Seite stand. Das besteht zunächst erst einmal aus einem rechteckigen, in den Boden der Karlswiese eingelassenen Becken für den sogenannten Teich. Auf dem Grund des Beckens verlaufen zwei Schienen parallel über die gesamte Länge des Kunstwerks. Auf diesen Schienen wiederum ist eine Metallplatte befestigt, so breit wie das Becken und zirka einen Meter lang.

Präzise einstellbar

Diese Metallplatte kann in präzise einstellbaren Höhen motorgetrieben hoch und runter bewegt werden und diese Bewegung ist es auch, die die Welle erzeugt. Man könnte also, wenn man wollte, auch einen richtigen "Sturm" im Teich erzeugen. Doch dies würde dem meditativenCharakter des Werks entgegenlaufen.

Damit die Welle immer wieder bis knapp zum Rand und wieder zurück gleitet, sind ein automatischer Zu- und Abfluss installiert, der nach schweren Regenfällen regelt, dass das Zuviel an Wasser aus dem Teich gepumpt wird. Bei anhaltend schönem Wetter mit maximaler Sonnenbestrahlung wird dem Teich Wasser zugeführt, um die Verdunstung auszugleichen.

In den ersten drei Wochen funktionierte das Kunstwerk perfekt. Dann mussten Bartolini und ein Techniker wieder anreisen, weil es technische Probleme gab und diese beheben. Nach einem erneuten Ausfall der Welle wurden am vergangenen Wochenende zwei neue Ventile eingebaut. Jetzt schaukelt die Welle zirka 30 Minuten hin und her. Dann folgt eine Pause von knapp zehn Minuten, in der aber die Welle weiterhin sichtbar ist. Danach setzt der Motor die Metallplatte und damit auch die Welle wieder in die ursprüngliche Bewegungsform.  (wd)

Quelle: mydocumenta

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