Ist es ein Galgen? - Hinweise auf große Holzkonstruktion im Internet

Baustelle in der Karlsaue: Die Konstruktion des Künstlers Sam Durant genau in der Sichtachse zwischen Orangerie und Schwaneninsel. Foto: von Busse

Kassel. Was entsteht wohl derzeit in der Karlsaue für eine merkwürdige, gigantische Holzkonstruktion genau in der Sichtachse zwischen Orangerie und klassizistischem Tempel auf der Schwaneninsel im Aueteich? Darüber rätseln dieser Tage viele Spaziergänger.

Auf der Webseite Artnet.de gibt es Antworten. Dort bietet die New Yorker Paula Cooper Gallery ein Werk aus dem Jahr 2008 an, das an die Baustelle in der Aue erinnert: „Gallows Composite C (Billy Bailey Gallows, Haymarket Gallows, Rainey Bethea Gallows, Saddam Hussein Gallows)“ von Sam Durant, dessen Name auf den bereits kursierenden Künstlerlisten steht und der schon zur von Carolyn Christov-Bakargiev kuratierten Sydney Biennale 2008 eingeladen wurde.

Das Vorbild im Internet: Abbildung der Paula Cooper Gallery auf der Seite Artnet.de Foto: nh

„Gallows“ heißt Galgen, „composite“ steht für Gemisch, es handelt sich also um eine Galgenkonstruktion für Billy Bailey, den letzten Gefangenen, der in den USA durch Erhängen hingerichtet wurde (1996), Rainey Bethea, die letzte öffentlich hingerichtete Person in den USA (1936), und den irakischen Diktator Saddam Hussein (2006 hingerichtet).

Ein Galgen in der Sichtachse der Aue? Das erinnert natürlich an die Guillotinen, mit denen Ian Hamilton Finlay bei der documenta 8 im Jahr 1987 die barocken Blickbezüge verstellt hat.

Sam Durant wurde 1961 in Seattle geboren. Er beschäftigte sich wiederholt mit US-amerikanischer Geschichte und dem Verhältnis von Politik und Kultur. Er hat unter anderem im Museum für zeitgenössische Kunst in Los Angeles und im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf sowie bei der Venedig-Biennale ausgestellt.

Von Mark-Christian von Busse

Quelle: mydocumenta

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