Christov-Bakargiev nennt erste Autoren für documenta-Notizbuchreihe

Carolyn Christov- Bakargiev

Kassel. „100 Notizen - 100 Gedanken“ lautet die Serie von Notizbüchern, die im Vorfeld der documenta 13 bis zum Sommer 2012 erscheinen soll.

Für diese in einer Vielfalt unterschiedlicher Formate bei Hatje Cantz vorgesehene Reihe hat Carolyn Christov-Bakargiev, künstlerische Leiterin der documenta, die ersten Autoren bekannt gegeben.

In Notizbuch Nummer 001 (Titel: „Feldforschungsnotizbücher“) wird im März 2011 der Anthropologe Michael Taussig, Professor an der Columbia University in New York, der Frage nachgehen, was die Faszination von Notizbüchern ausmacht. Zu seinen Gewährsleuten zählen Walter Benjamin, Roland Barthes oder Joan Didion.

In weiteren Bänden beleuchtet der Künstler Ian Wallace die Bedeutung der ersten documenta 1955, Christov-Bakargiev selbst veröffentlicht ihren „Brief an einen Freund“, in dem sie Schlüsselfragen ihres Arbeitsprozesses umreißt, und die politische Philosophin Susan Buck-Morss (New York) kommentiert Fotos, die die Palästinenserin Emily Jacir im ehemaligen Kloster und NS-Lager Breitenau (Schwalm-Eder-Kreis) gemacht hat.

Die Notizbücher umfassen Faksimiles handschriftlicher Aufzeichnungen wie den Abdruck der Mitschriften des Literatursoziologen György Lukács zu Georg Simmels Vorlesungen von 1906/07, Essays und Gespräche ebenso wie Künstlerbücher, beispielsweise gestaltet von documenta-Künstler Lawrence Weiner.

Für Christov-Bakargiev bilden die 100 Notizbücher eine „Gedächtnisstütze“, sie hielten die Gedanken „in einem prologartigen Zustand“, einem vorläufigen, spekulativen Moment fest. Sie sollen eher ein Ort der Intimität als der Kritik sein, sehen den Leser als „Verbündeten“ und untersuchen, „wie das Denken als Quelle menschlicher Vorstellungen von der Welt fungiert“. Verantwortlich für die Serie ist die „Agentin“ der documenta 13 Chus Martínez. (vbs)

Quelle: mydocumenta

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