HNA-Redakteurin berichtet aktuell aus Athen

"documenta 14 hat in Athen bereits begonnen"

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Pressekonferenz in Athen: documenta-Chef Adam Szymczyk im Gespräch mit Journalisten.

Athen. "Die documenta 14 hat in Athen bereits begonnen." Das sagte der künstlerische Leiter der documenta, Adam Szymczyk, über die Kunstausstellung.

Diese wird erst im Juni 2017 eröffnet, allerdings zuerst in Athen, danach in Kassel.

Aktualisiert um 19.30 Uhr

Er spielte damit darauf an, dass die Vorbereitungen für eine Zusammenarbeit in Griechenland auf Hochtouren laufen und auch die Vorfreude groß sei. Der Bürgermeister von Athen, Yiorgos Kaminis, sagte während der Pressekonferenz im Rathaus der griechischen Hauptstadt, dass die Athener erfreut darüber seien, dass ihnen von der documenta kein vorgefertigtes Paket auferlegt werde, sondern der griechische Part vor allem darin bestehe, eine Kooperation mit vielen Beteiligten zu entwickeln. Und das vor dem Hintergrund der großen Veränderungen, den Zweifeln und der Ungewissheit, die das Leben in dem Land am Mittelmeer beherrschten. Antworten auf die Frage zu finden, wie man trotz großer Wirtschaftskrise seine Identität bewahrt, habe Adam Szymczyk wohl dazu inspiriert, den Blick nach Athen zu lenken.

Während Kaminis sprach, waren die lauten Rufe der Athener Rentner zu hören, die vor dem Rathaus demonstrierten, um gegen die Kürzung ihrer Renten zu protestieren. Ein vertrautes Szenario, wie Kaminis, der seit 2011 im Amt ist, sagte.

"Von Athen lernen", dieses Motto der documenta 14 könne nur bedeuten, dass von der Stadt in einer Krise gelernt werden könne, wie sie mit dem Dilemma, in dem sie sich befindet, umgehe. Herausforderung und Laboratorium zugleich. Die erste Frage, die von den griechischen Journalisten (die sich nach der Pressekonferenz übrigens in einen Warnstreik verabschiedeten) gestellt wurde, war die nach dem Etat. Kaminis betonte, dass die Stadt Athen in das Projekt Doppelstandort der documenta kein Geld investieren könne, stattdessen Arbeitskraft, Engagement und Ideen einbringe.

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen klärte die griechischen Journalisten auf, dass sich der Gesamtetat der documenta auf 32 Millionen Euro belaufe. Zwölf Millionen Euro kommen dabei von Bund, Land und der Stadt Kassel. 3,5 Millionen Euro vom Gesamtetat stünden für die documenta in Athen zur Verfügung. Dies sei ein Betrag, so Hilgen, der beispielsweise über Sponsoring noch aufgestockt werden könne. Nach HNA-Informationen steuert beispielsweise das Goethe-Institut in Athen eine halbe Million Euro zur documenta in Athen bei.

Auch eine weitere Frage richtete sich direkt an Hilgen: Wie denn die Kasseler auf das Projekt "Von Athen lernen" reagiert hätten, wollte eine Journalistin wissen. Die Diskussion, ob man damit etwas abtrete und möglicherweise verliere, sei noch nicht zu Ende, sagte er. Aber es setze sich die Einsicht durch, dass die "Verdoppelung der Perspektive" ein Gewinn - auch für Kassel - sei.

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