Stadt kümmert sich darum

Spitzhacke und Himmelstürmer: Alte documenta-Kunst wird aufgefrischt

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Frischer Anstrich für die Spitzhacke am Fuldaufer: Maler haben damit begonnen, das zwölf Meter hohe documenta 7-Kunstwerk von Claes Oldenburg neu anzustreichen. Bei ihren Arbeiten haben sie hoch oben in einer Wölbung eine Geocaching-Box entdeckt.

Kassel. Die Vorbereitungen für die documenta 14 in Kassel laufen auf Hochtouren. Dazu gehört auch, dass Kunstwerke früherer Ausstellungen gereinigt und frisch gestrichen werden. 

Aktualisiert am 1. Juni 2017 um 12.35 Uhr - Noch wenige Tage bis zur documenta-Eröffnung, und die Stadt wird allerorten noch mal rausgeputzt, um sich zur Weltkunstschau von der schönsten Seite zu zeigen. Es versteht sich von selbst, dass den documenta-Kunstwerken, die in der Stadt blieben und von vergangenen Kunstschauen zeugen, nun auch besondere Aufmerksamkeit gilt.

Spitzhacke von Claes Oldenburg

So kann man derzeit Reiner Klein und seinen Kollegen von der Fuldabrücker Firma Brechtezende bei der Arbeit zusehen. Die Maler geben der Spitzhacke am Fuldaufer einen neuen Anstrich. Den letzten habe die zwölf Meter hohe und sieben Tonne schwere Skulptur vor etwa vier Jahren erhalten, sagen die Fachleute. Inzwischen war die Farbe verblasst, an einigen Stellen zeigten sich kleinere Rostflecken und das Kunstwerk war mit Graffiti beschmiert.

Mit einer edel wirkenden und mit Rostschutz ausgestatteten Glimmerfarbe soll das von dem amerikanischen Künstler Claes Oldenburg entworfene Werk wieder wie so aussehen, als sei sie gerade erst von unserem Herkules dort hingeworfen worden. Eben diese Geschichte hatte sich Oldenburg anlässlich der documenta 7 im Jahr 1982 zu dem überdimensionierten Werkzeug ausgedacht. Sie unterstreicht die Absicht des Künstlers, mit der Ausrichtung des Stiels der Spitzhacke eine gedachte Linie zur Wilhelmshöher Allee und zum Herkules anzudeuten.

Der Himmelsstürmer vor dem Kulturbahnhof.

15 bis 20 Liter Farbe werden wohl nötig sein, um die Skulptur dreimal neu zu überstreichen. Ohne Hubwagen und schwindelfreie Fachleute geht dies freilich nicht.

Himmelsstürmer von Jonathan Borofsky

Etwa bis Ende nächster Woche sollen die Arbeiten am Fuldaufer abgeschlossen sein. Danach ziehen die Maler zum Himmelsstürmer weiter, der vor dem Kulturbahnhof steht.

Das werde noch einmal eine andere Herausforderung, sagt Klein. Schließlich ist das himmelwärts zeigende Stahlrohr stolze 25 Meter lang. Nicht nur Gäste, auch die Kasseler werden sich freuen, wenn die von Jonathan Borofsky geschaffene Skulptur, die während der documenta 9 im Jahr 1992 zunächst auf dem Friedrichsplatz stand, herausgeputzt wird. Schließlich hatten sie einst eine Bürgerinitiative gegründet, um das Kunstwerk „Man walking to the sky“ – auch dank einer großzügigen Spende der Telekom – ankaufen zu können.

Um die Pflege und Instandhaltung der documenta-Kunstwerke kümmert sich seither die Stadt.

documenta-Kunst wird regelmäßig gereinigt

Alle documenta Kunstwerke werden regelmäßig gereinigt. Dazu gehört neben dem Putzen die Entfernung von Graffiti und Aufklebern. Bei der Stadt ist dafür das Amt für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung zuständig, das sich um die Kunstwerke kümmert, die von der Stadt Kassel übernommen wurden. So wurden schon das Fundament der Spitzhacke und der Rahmenbau von Haus-Rucker-Co saniert. In diesem Jahr bekommen die Spitzhacke und der Himmelstürmer einen neuen Anstrich.

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