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Inklusionsaktivist Faraj Remmo verleiht Danke-Skulpturen an documenta

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Von: Amir Selim

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Die Preisverleihung: Feraj Remmo (links) verlieh seine „Danke-Skulpturen“ an Künstler Richard Bell (von links), Magda Duraj, Peter Anhalt und Bo Melanie Liu vom Team Barrierefreiheit und Diversität der documenta, deren Geschäftsführer Alexander Farenholtz und Iswanto Hartono, Mirwan Andan sowie Reza Afisina von Ruangrupa.
Die Preisverleihung: Faraj Remmo (links) verlieh seine „Danke-Skulpturen“ an Künstler Richard Bell (von links), Magda Duraj, Peter Anhalt und Bo Melanie Liu vom Team Barrierefreiheit und Diversität der documenta, deren Geschäftsführer Alexander Farenholtz und Iswanto Hartono, Mirwan Andan sowie Reza Afisina von Ruangrupa. © Amir Selim

Faraj Remmo hat seine Danke-Skulpturen an die documenta übergeben. Trotz seiner Bedenken aufgrund des Antisemitismus-Eklats, lobte er Inklusion und Diversität bei der documenta.

Kassel – „Ich bin Rollstuhlfahrer“ – schon wieder eine Beschwerde, dachte sich Magda Duraj aus dem Barrierefreiheits- und Diversitäts-Team der documenta, als sie die E-Mail von Faraj Remmo las. Doch ganz im Gegenteil: Remmo, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld, wollte die documenta loben. Deshalb war der in Beirut geborene und in West-Berlin aufgewachsene Kurde nun in Kassel. Mitgebracht hatte er seine Danke-Skulpturen.

„Meine Idee war es, mich bei Menschen zu bedanken, die Solidarität und Freundschaft gegenüber Leuten mit wenigen Ressourcen zeigen und diese unterstützen“, sagte Remmo. Er finanziert die rund 70 Euro teure Skulptur aus eigener Tasche.

Per Post schickte er bisher mehr als 350 Skulpturen an Menschen und Organisationen in rund 100 Länder, darunter Universitäten, Institutionen und Wissenschaftler wie Stephen Hawking.

Lobende Worte richtete Remmo während der Übergabe an die Beteiligten der documenta: „Die documenta fifteen hat die Skulptur erhalten, weil sie die inhaltliche Ausrichtung auf den Dialog mit dem globalen Süden hervorheben möchte, und das ist im Sinne der Botschaft der Danke-Skulptur vereinbar“, sagt Remmo.

Lumbung-Konzept überzeugte Remmo

Positiv bewertete er die Umsetzung von Inklusion bei der Kunstausstellung. Zudem vertrete das Lumbung-Konzept seine Werte im Sinne der Solidarität, Freundschaft und Nachhaltigkeit, sagte Remmo. Gerade für Menschen mit Behinderung, Zuwanderungsgeschichte und aus einem nicht-akademischen Umfeld müsse die documenta zugänglich sein.

Preise bekamen das Kuratorenkollektiv Ruangrupa, der Künstler und Aktivist für die Rechte der Aborigines, Richard Bell, und die documenta, vertreten durch den Geschäftsführer Alexander Farenholtz.

Während der Verleihung berichtete Remmo, dass er die documenta fifteen medial zunächst negativ wahrgenommen habe. „Ich verurteile Antisemitismus“, sagte er. Trotz seiner Bedenken habe er aber entschieden, sich vor Ort ein Bild von der documenta zu machen.

Remmo sitzt seit 1990 aufgrund eines Badeunfalls im Rollstuhl. Damals brach er sich das Genick und ist seitdem deshalb vom Hals an gelähmt. „Ich hatte das Glück, bei vielen Rückschlägen im Leben Unterstützung von Menschen zu erhalten. Das hat mich unter anderem motiviert, die Danke-Skulptur weltweit und hoffentlich eines Tages in jedes Land unserer Erde zu schicken.“ Erst dann soll das Projekt enden. (Amir Selim)

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