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Junge Liberale beschäftigen sich mit Verkehr, Bildung und Clubkultur

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Von: Amir Selim

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Nils Walter, Vorsitzender der Jungen Liberal Kassel
Besonderer Fokus auf Verkehr, Bildung und Clubkultur: Nils Walter, Vorsitzender der Jungen liberalen Kassel. © Amir Selim

Im Projekt „100 Tage“ stellen wir junge Kasseler vor, die etwas bewegen wollen. Diese Woche beschäftigen wir uns mit jungen Politikerinnen und Politikern. Heute: die Jungen Liberalen.

Konkrete Ideen und utopische Träume für Kassel: Wir wollten von den parteiennahen Jugendorganisationen der documenta-Stadt wissen, was sie sich darunter vorstellen. Auch die Jungen Liberalen hatte dazu viele Ideen. Größtes Thema bei den gruppeninternen Diskussionen war die künftige Verkehrspolitik. Leicht umzusetzen wäre es, grüne Wellen im Verkehr zu schaffen, sagt Nils Walter (20), Vorsitzender der Jungen Liberalen. „Damit würde man Stauzeiten minimiert.“

Noch wichtiger für Walter sind die größeren Ideen der Jugendorganisation. Für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wünschen sich die Jungen Liberalen Solarbusse. Außerdem müsse es mehr Fahrradstraßen geben, am Platz der Deutschen Einheit eine ganz besondere Variante: „Wir schlagen einen Rad-Highway für den Platz der deutschen Einheit vor. Generell sollten mehr Überfahrungen für Autos und Fahrräder geschaffen werden“, sagt der 20-Jährige. Sehr wichtig wäre dann eine direkte Anbindung des Highways zur Bundesstraße.

Eine weitere zukunftsträchtige Idee ist die des Solarasphalts. Da gebe es bereits Pilotprojekte zu, sagt Walter. Bei solchen Straßen befinden sich Solarzellen im Straßenbelag, die zur Energiegewinnung genutzt werden können.

Parkplätze sollen dagegen von der Anzahl nicht reduziert werden. Stattdessen schlägt Walter eine Verlegung vor. „Wir müssen unterirdische Parkplätz ausbauen und dafür überirdische Parkplätze einsparen.“

Clubkultur und Jugendangebot verbessern

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Jugendliche und junge Menschen müssen abgefangen werden. Deshalb sollen unter anderem finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Clubkultur wieder zu beleben, sagt Walter. Auch Genehmigungsverfahren für Betreiber müssen einfacher gemacht werden. „Es müssen mehr Räume geschafft werden“, sagt der Juli. Mehr Freiraum brauche es auch in der Friedrich-Ebert-Straße. „Das Alkoholverbot ab 23 Uhr musst gekippt werden.“ Dass es an der Partymeile Beschwerden gebe, damit müsse man leben.

Nicht nur die Clubs, sondern auch das sonstige Kulturangebot brauche einen Ausbau. So könnten Musiktreffs und Proberäume für Jugendliche geschaffen werden. Solche Möglichkeiten wären gerade für Kinder aus ärmeren Familien attraktiv. „Diese Kinder konnten sich während der Pandemie nicht richtig entfalten“, sagt Walter.

Der Wirtschaftsfaktor Flughafen

„Er steht nun mal da“, sagt Nils Walter über den Flughafen Kassel-Calden. Deshalb müsse man ihn entsprechend nutzen. Zum einen als Paketzentrum. Der zentrale Ort in der Mitte Deutschlands sei dafür gut. In Zukunft solle ein größeres Paketumschlagezentrum geschaffen werden.

Für Reisende fordern die Jungen Liberalen eine direkte Buslinie ab Kassel - ohne Zwischenstopps. „Wir brauchen einen Shuttle zum Flughafen“, sagt der 20-Jährige.

Mehr Betreuungsmöglichkeiten der Kitas - Mehr Räume für Schulen

„Wir müssen mehr Kita-Plätze in Kassel schaffen“, sagt Walter. Die Kosten sollten jedoch fürs erste erhalten bleiben. Außerdem sollten Kita-Plätze anders und besser verteilt werden. Für die Jungen Liberalen könne das schon nach der Geburt passieren. Dafür sollen die Melderegister genutzt werden, sodass frühzeitig Plätze für Neugeborene Kinder reserviert werden. Eine zentrale Forderung sind neue Kitas, die 24 Stunden geöffnet sind. „Das müssen wir für Schichtarbeitende ermöglichen“, sagt Walter. Dafür könne man mit Unternehmen kooperieren.

Während bei den Kitas die Plätze fehlen, sind es bei den Schulen die Räume. Auch kritisiert Walter, dass nicht vorausschauend genug geplant wurde. Stattdessen müssen jetzt Schüler Online-Unterricht nehmen, weil es an Platz mangele. Das müsse sich ändern.

Trotz Umzug bleibt er Vorsitzender

Für Nils Walter geht es mit Beginn des Wintersemesters nach München. Dort studiert er künftig Medizin. Für ein weiteres Jahr bleibt er jedoch der Vorsitzende der Jungen Liberalen Kassel. Was danach passiere, sei noch offen, so der 20-Jährige. (Amir Selim)

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