Kaskade-Kino wird documenta-Standort und danach umgebaut

+
Blick in den Kinosaal: In dieser Form wird der Saal nur noch während der documenta zu erleben sein. Danach soll eine waagerechte Decke eingezogen werden.

Kassel. Nun steht es fest: Das Kaskade-Kino wird ein Veranstaltungsort der documenta - und danach umgebaut. Die Aachener Grundvermögen, Eigentümerin der Immobilie am Königsplatz, wird den Kinosaal für die Weltkunstausstellung im nächsten Jahr zur Verfügung stellen.

Dies hat das in Köln ansässige Unternehmen auf Anfrage bestätigt.

Artikel im HNA-Regiowiki

Kinos in Kassel

Facebook-Gruppe

Kaskade-Kino Kassel

Die 100 Tage während der documenta 13 werden eine letzte Gelegenheit bieten, das traditionsreiche Filmtheater aus den 50er-Jahren in dieser Form zu erleben. Nach dem Ende der Weltkunstausstellung wird das Kino umgebaut.

Der Bauantrag liegt bereits bei der Stadt und soll auch genehmigt werden. Die Aachener Grundvermögen will eine waagerechte Decke in den denkmalgeschützten Saal einziehen. Ein Teil der alten Sitzreihen, Empore, Wände und Leinwand sollen erhalten bleiben. Die Pläne sind laut Manfred Siebert, Leiter der Bauaufsicht im Kasseler Rathaus, mit der Denkmalpflege abgesprochen. „Das Kino bleibt als Denkmal erhalten“, sagt Siebert.

Blick zurück: Bis Ende der 1990er-Jahre war das Kaskade-Kino geöffnet. Der Eingang lag an der Oberen Königsstraße.

Durch den Umbau soll Platz für ein Einzelhandelsgeschäft geschaffen werden, das vom Königsplatz aus ebenerdig zugänglich sein wird. Kunden, die das Geschäft betreten, können dann durch einen Panzerglasstreifen im Boden auf das Kino schauen, das wegen des Anstiegs von der Königsstraße zur Wolfsschlucht darunter liegt. Besucher werden auch einen Blick auf die Anlage für die Wasserspiele werfen können. Details sollen erst bekannt werden, wenn die Baugenehmigung da ist.

Video aus dem Archiv

Doch zunächst lässt die documenta das Kaskade noch einmal aufleben. Um das Kino, das mit seinen Wasserspielen vor der Leinwand einst bundesweit Furore machte, während der 100 Tage nutzen zu können, müssen die Schäden beseitigt werden, die durch den benachbarten Neubau für Peek & Cloppenburg entstanden sind. Bei den Gründungsarbeiten war Zement durch den Boden im Kinosaal nach oben gedrückt worden. Außerdem traten Risse auf.

Auch sicherheitstechnisch muss das Filmtheater für das Intermezzo während der documenta 13 aufgerüstet werden. Weil ein zweiter Rettungsweg fehlt, muss eine neue Treppe als Notausgang zum Lyceumsplatz gebaut werden. „Die documenta ist Profi darin, Orte wiederzubeleben“, sagt Pressesprecherin Henriette Gallus. Dabei werde sie von der Stadt, der Feuerwehr und vielen anderen auch stets tatkräftig unterstützt.

Von Ellen Schwaab

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.