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Es wird gehämmert und gepackt: Abbauarbeiten der documenta fifteen haben begonnen

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Allein auf weiter Flur: Auf der Karlswiese vor der Orangerie wurde am Zelt von Cao Minghao und Chen Jianjun gearbeitet.
Allein auf weiter Flur: Auf der Karlswiese vor der Orangerie wurde am Zelt von Cao Minghao und Chen Jianjun gearbeitet. © Tom Schelauske

Volle Gassen, viel Gewusel und Sprachen aus aller Welt – davon war am ersten Tag nach Ende der documenta nicht mehr viel zu sehen und hören. Stattdessen ging es sofort los mit den Abbauarbeiten.

Kassel - Wir haben uns an den Standorten der Kunstausstellung umgesehen:

Die Innenstadt: Kühler Wind weht einem beim Durchlaufen der Kasseler Innenstadt entgegen. Nach 100 Tagen documenta-Trubel kehrt mit dem Ende der Kunstausstellung langsam wieder der Alltag in die Stadt zurück. Die Kunstinteressierten aus aller Welt sind nicht mehr da.

Statt dessen: Arbeiten, wohin das Auge reicht – zum Beispiel an Pfeilern des Fridericianums, die ihre alte beige Farbe zurückerhalten. Auch die Foodtrucks am Rande des Friedrichsplatzes haben geschlossen, verschwinden. Die Bilder des Abbaus beherrschen die Stadt. Überall sind Bagger, Lkw und Kräne zu sehen, mit denen Material entfernt oder weggebracht werden soll.

„Eine spannende Zeit“, wie Abbauaufsicht Martina Wachsmuth sagt, geht nicht nur für die aktiven Helfer zu Ende, sondern wirkt sich auch auf die Einkaufs- und Essensläden Kassels aus. Einzig in der Lolitabar sind die Festlichkeiten auch einen Tag nach der zeitgenössischen Kunstausstellung noch im Gange. Hier wird der Abschluss der documenta auch einen Tag später noch zelebriert.

Kommentar: Die Leute sollen über das Ende der documenta hinwegkommen, heißt es auf einer der Flächen, die Dan Perjovschi am Kulturbahnhof gestaltete.
Kommentar: Die Leute sollen über das Ende der documenta hinwegkommen, heißt es auf einer der Flächen, die Dan Perjovschi am Kulturbahnhof gestaltete. © ELVIS WILLIGALLA

Der Osten: Noch sind sie zu sehen, die Pappfiguren von Taring Padi. Sie stehen vor dem Hallenbad Ost. Doch nicht mehr lange -– sie werden zuerst abgebaut, sagt Xiaoming Song. Der Künstler hatte bereits beim Aufbau am Hallenbad Ost mitgeholfen und ist jetzt auch beim Abbau dabei. „Wegen möglichen Unwetters fangen wir draußen mit den Arbeiten ab.“

Er und seine Kollegen warten gerade auf die Werkzeuge, mit denen sie die Kunstwerke abbauen. Danach geht es weiter mit den Innenräumen. Seine „Babys“, wie er die Pappaufsteller von Taring Padi nennt, und weitere Gegenstände werden dann im Hübner-Areal gelagert.

Es ist vorbei: Moritz rollt am Sandershaus die Banner des argentinischen Kollektivs Serigrafistas Queer ein.
Es ist vorbei: Moritz rollt am Sandershaus die Banner des argentinischen Kollektivs Serigrafistas Queer ein. © Amir Selim

Dort geht es gerade erst richtig los, berichtet Martin Jungermann, stellvertretender Koordinator für die Ausstellungsorte im Kasseler Osten. Rohmaterial und Paletten werden aufgeräumt. Bis auch die Kunstwerke weggebracht werden, dauere es noch ein paar Tage. Dann erst sind die Container, Kisten und das Verpackungsmaterial da, in denen die Werke landen.

Auch am Standort Sandershaus/Haferkakaofabrik wird gearbeitet. Wagenladungen mit Material verlassen das Zukunftsdorf. Gegenüber von ihnen rollt Moritz die Materialien des argentinischen Kollektivs „Serigrafistas Queer“ ein. Auch er hatte schon beim Aufbau mitgeholfen. Jetzt schließt sich also ein Kreis.

Die Aue: Vor der Orangerie sind nicht viele Menschen anzutreffen. Nur vorne auf dem Platz bauen einige Menschen das Zelt von den Künstlern Cao Minghao und Chen Jianjun ab. Die Geräusche, die sie verursachen, gehen in der Stille des großen Platzes unter. Ein Wagen mit der documenta-Aufschrift fährt vor, und es werden Gegenstände eingeladen. So ist sie hier noch ein wenig sichtbar, die documenta fifteen.

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