Kassel geht aus - Diskos, Szenebars und Live-Clubs

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Im Hof zwischen A.R.M. und Lolita Bar.

Heimspiele für Insider und Auswärtsbegegnungen mit Szenevögeln, frei nach dem Motto „Je sperriger die Stunde, desto nachteuliger das Leben“.

Im Biergarten der Backstube

Das Leben in Kassel ist geprägt vom fleißigen Arbeiten, Studieren und Verwalten. Aber es gibt auch ein richtiges Leben. Das beginnt mit Einbruch der Dunkelheit wahlweise in Stadtteilkneipen wie dem Weinbergkrug (Frankfurter Straße 54) im Aueviertel, der Backstube (Kochstraße 16a) in Wehlheiden, dem Lohmann (Königstor 8) in Kassel-Mitte, Ulenspiegel (Goethestr.30) im Vorderen Westen oder Foster`s Garden (Eichwaldstr. 50) im Eastend. Hier bekommt man überall einen „Fair Deal“, sprich: gute Atmosphäre, gutes Essen und gute Preise.

Diese Qualitätsnormen erfüllen auch das Gusto (Friedrich-Ebert-Straße 163, zwischen Bebel-Platz und Stadthalle), das Limerick (Wilhelmshöher Allee/Ecke Germaniastraße) und das Boccaccio (Goethestr./Ecke Querallee), das auch das „Wohnzimmer des Vorderen Westens“ genannt wird. Für ähnliche Speisen in einem gleichwertigen Ambiente muss man andernorts schon tief in die Tasche greifen.

Für Nacht-Aktive

Tag- und Nacht-Treff: Joe's Garage an der Friedrich-Ebert-Straße

Gegen 23 Uhr dann zieht es schließlich die eine Hälfte der Bevölkerung ins Bett, die andere auf die Piste. Favorisierte Aufmarschgebiete sind Joe`s Garage (Friedrich-Ebert-Str. 60), das daran angrenzende Bohemia, die Lolita-Bar (Werner-Hilpert Str. 22) und die Mutter (Bunsenstraße 15/Nordstadt). Die letzten beiden Läden sind Treffs vorwiegend der Kunststudenten dieser Stadt. Hier steht die Musik jeden Abend unter einem anderen Motto, mal Brit-Pop, mal Easyl Listening, mal Lärm.

Das ausschweifende Leben beginnt selten vor Mitternacht. Lediglich Live-Clubs wie das Fiasko (Schönfelder Str. 18), der Irish Pub (Bürgermeister-Brunner-Str. 19) und das Kulturzentrum Schlachthof (Mombachstr. 12) machen da eine Ausnahme.

Epi-Zentren

Blick ins Musiktheater der Nachthallen.

Ein Epizentrum des Kasseler Nachtlebens sind – schon der Name verrät, wo es lang geht – die Nachthallen in der Angersbachstraße, seit fast 20 Jahren nicht nur eine der angesagtesten, sondern auch eine der größten Wochenend-Locations in Kassel und Umgebung. Jeden Freitag und Samstag bieten drei Areas auf einer Gesamtfläche von 2.600qm dem Besucher eine breite Auswahl an Musik, erfreulicherweise überwiegend jenseits des Mainstreams (Rock, Nu Metal, Dark Wave, Gothic, Rhythm & Blues, Alternative). Das Live Bistro der Nachthallen bietet dem Besucher eine angenehme Atmosphäre, in der man entspannen, essen und Leute treffen kann. Bei preiswerten und guten Gerichten kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Zudem bietet die Bühne des Bistros ein Liveprogramm von Jazz –, Soul und typischer Loungemusik. Im Sommer gibt es auch noch einen großen, lauschige Biergarten. Keine Strandkörbe, kein Sand, aber Tische und Bänke unter echten Bäumen. Wenn die Nächte besonders lau sind, kann man hier bis zum Morgengrauen chillen.

"In the House"

Die Tanzfläche im Soda-Club.

Während man in die Nachthallen schon ab 21 Uhr gehen kann und das Haus bereits um 23 Uhr bestens gefüllt ist, gilt ansonsten für Diskothekenbesuche das Abwarten der Geisterstunde. Bewährt hat sich in all den Jahren das York an der Rathauskreuzung. Die Disko ist das Kasseler House-Zentrum, wobei insbesondere freitags auch mal zu experimentelleren Spielarten übergegangen wird. Eine sichere Bank der Tanz- und Spaßkultur ist seit vielen Jahren auch der Club 22, der aber gar nicht in der Friedrich-Ebert-Str. 22 liegt, sondern dort im Haus Nr. 61A. Neu seit Frühjahr 2007 ist das Soda (Friedrich-Ebert-Str. 18), eine Art „gehobenes“ YORK, das von denselben Machern betreut wird, sich aber an ein Publikum ab 21 Jahren (darauf wird an der Tür geachtet) wendet. Die Disko gibt sich „very retro“ mit einer Tanzfläche, die wie zu besten Saturday Night Fever-Zeiten von unten beleuchtet ist. Ein äußerst lässiger Platz im Nachtleben.

Eine Alternative zu dieser Art von „Clubbing“ sind das A.R.M. (steht für Arbeitskreis Rhythmussuchender Menschen) und die benachbarte, bereits zuvor erwähnte Lolita Bar in der Werner-Hilpert-Straße. Letztere öffnet nämlich gegen Mitternacht noch einen zweiten Bereich im Obergeschoss, der nach spätestens fünf Minuten knackevoll ist und das auch bis in die frühen Morgenstunden bleibt. Im A.R.M. gibt es freitags eher „Eektronisches“ und samstags „Alternatives“, wobei sich das auch ganz schnell ändern kann. Aber ins A.R.M. und in die Lolita-Bar geht man ohnehin nicht nur wegen der Musik, sondern weil es Kult ist. Ausnahme: Die Cuzzle Hyopaiz Partys im A.R.M., denn da kommt beides zusammen: gute Black Music und Kult!

Eingang zum A.R.M. und der Lolita Bar.

Fast gegenüber der zuletzt erwähnten Etablissements bietet der Cuba-Club (Werner-Hilpert-Str.9) freitags und samstags angenehme Musik verschiedener Sparten. Dazu erfreut sich das vorwiegend studentische Publikum bis in die frühen Morgenstunden an der südamerikanischen Küche des Hauses.

"Geöffnet ab 23 Uhr und Einlass ab 18 Jahren" heißt es im Lax - The Dance Club in der Kurfürstengalerie (Mauerstraße). Das Parken in der Tiefgarage ist für Clubbesucher Freitag- und Samstagnacht gratis. Musikrichtungen sind: Black Music, Raggaeton und Dancehall.

Black Beats dominieren auch im Caramel-Club an der Neuen Fahrt 4. Der Eingang liegt in einer Einfahrt, etwa 25 zurückgesetzt von der Straße. Auf 400 Quadratmetern gibt es eine separate Raucher-Lounge und bequeme Sitzecken, in denen es sich gut chillen lässt.

Last but not least gibt es mit dem A7 (Miramstraße) natürlich auch die übliche Großraum-Disko mit den üblichen Themenpartys.

Letzte Instanz

Fez im Fez.

Vom Nachtleben erholt man sich dann zu früher Stunde im Fes (Karthäuser Str. 17) einem weiteren, legendären Szene-Treff. Niemand kann genau sagen, warum diese auf den ersten Blick doch eher durchschnittlich wirkende Bar seit über zwei Jahrzehnten floriert – aber sie tut es nun mal. Besonders interessant wird es an den so genannten „Heimkehrer-Abenden“. Das sind die Abende vor Heilig Abend, Ostern, 1. Mai und sonstigen verlängerten Wochenenden, wenn Kasseler, die in der Diaspora leben, mal wieder zum Familienbesuch heimkehren. Dann muss nicht selten die Karthäuser Straße gesperrt werden, da sich alle, wie von Geisterhand geführt, in Richtung Fes bewegen. Man sieht sich beim nächsten Klassentreffen!

Quelle: mydocumenta

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