1. Startseite
  2. Kultur
  3. documenta

Was Gründer bedenken müssen: Die IHK gibt Tipps für den Start in die Selbstständigkeit

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Paul Bröker

Kommentare

Oliver Stöhr und Miriam Postlep von der IHK Kassel-Marburg
Oliver Stöhr und Miriam Postlep von der IHK Kassel-Marburg © Paul Bröker

Im Projekt 100 Tage zeigen wir, wie junge Menschen Kassel voranbringen. Junge Gründerteams verändern die Stadt, doch auch sie brauchen Unterstützung – zum Beispiel von der IHK.

Kassel – Wir haben bereits gezeigt, wie junge Start-ups Kassel bereichern. Die Unternehmen SoLocal Energy und Veload setzen dabei auf Nachhaltigkeit. Veload stellt ein Lastenrad her, SoLocal Energy möchte die Energiewende im Kleinen vorantreiben – mit Balkonkraftwerken.

Die beiden Start-ups konnten auf Hilfe aus dem Science-Park zurückgreifen. Dieser ist als Gründerzentrum an die Universität Kassel angedockt. Hier bekommen die Jungunternehmer Tipps, wie sie ihr Start-up entwickeln können. Auch Fördermittel können im Science-Park beantragt werden. Und es gibt jede Menge Büroraum, der zu attraktiven Konditionen angemietet werden kann. Ein echtes Sprungbrett in die Selbstständigkeit also.

100 Tage: Die Stadt jenseits der documenta

Kassel als documenta-Stadt, Grimmheimat, Hauptstadt der Waschbären, Residenz des Herkules? Kassel ist mehr. Und das wollen wir zeigen. Im Schwerpunkt „100 Tage“ stellen die HNA-Volontäre engagierte Kasselerinnen und Kasseler, spannende Projekte und versteckte Ecken vor – in der Zeitung, Online und auf unserem Instagram-Kanal kassellive.

Nicht nur an der Uni wird gegründet: Die IHK ist der Anlaufpunkt für alle Gründer

Doch wohin können sich Gründer außerhalb der Uni wenden? Bei Herausforderungen ist unter anderem die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Anlaufstelle. So bietet die IHK Kassel-Marburg unterschiedliche Beratungen an. „Zunächst ein Einstiegsseminar, das grundlegende Informationen in einem zweistündigen Format bietet“, erklärt Oliver Stöhr, Teamleiter im Bereich Unternehmensförderung und Standortpolitik. „Im zweiten Schritt folgt dann das persönliche Gespräch.“ Hier stehe oft das Thema Business-Plan auf der Tagesordnung.

„Bei den Gründungen hat es eine kleine Delle durch die Corona-Pandemie gegeben“, erläutert Stöhr. „Mittlerweile sind wir aber wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angelangt.“ Doch gerade die Gastronomie habe gelitten, was sich immer noch in den Zahlen widerspiegele. Dabei gehört sie neben dem Handel und dem Dienstleistungssektor zu den drei Bereichen, in denen klassischerweise Gründungen erfolgen.

Dies seien in der Regel Einzelgründungen. „Das Einzelunternehmen ist die prägende Gründungsanfrage, weil es auch die einfachste Form ist, sich selbstständig zu machen“, sagt Oliver Stöhr.

Übernahme als Alternative zur Neugründung: IHK berät Nachfolger

Doch die IHK begleitet nicht nur Neugründungen. Miriam Postlep ist bei der IHK Kassel-Marburg zuständig für das Thema Unternehmensnachfolge. „In der Region Kassel stehen in den kommenden Jahren 6.500 Betriebe zur Nachfolge an – größtenteils aus Altersgründen“, berichtet Postlep. Die IHK gehe davon aus, dass ein Drittel der Unternehmer Probleme hat, eine passende Nachfolge zu finden.

„Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass die Kinder den Betrieb übernehmen.“ Daher biete es großes Potenzial, Unternehmen zu kaufen. „Diese sind etabliert, das Geschäftsmodell funktioniert und Mitarbeiter können übernommen werden“, erklärt Miriam Postlep. Dies sei gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein starkes Argument.

Doch leider sei eine Betriebsübernahme nicht immer simpel. „Die größte Herausforderung für externe Interessierte ist, überhaupt einen Betrieb in der Region zu finden, der zu ihnen passt“, sagt die IHK-Expertin. „Unsere Aufgabe ist es dann, Nachfolger und Unternehmer zusammenzubringen.“ Schwierig sei, dass es sich um einen sehr anonymen Markt handele. „In der Regel weiß man nicht, welche Unternehmen zur Übergabe bereitstehen, da die Angebotsprofile anonym eingestellt werden.“ Zudem unterschätzten Anwärter oft den finanziellen Aufwand und es mangele teils auch an der Qualifikation, den ausgewählten Betrieb fortzuführen. (Paul Bröker)

Auch interessant

Kommentare