Ankauf für 290.000 Euro

Ein Querschnitt der d14: Diese fünf Kunstwerke kommen in die Neue Galerie

documenta
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„Koennteichsein“: Aus Miriam Cahns Präsentation in der documenta-Halle wird ein Ölgemälde angekauft. 

Kassel. Fünf Kunstwerke der documenta 14 werden auf Dauer in Kassel bleiben. Wir stellen sie vor.

Für die Gesamtsumme von 290.000 Euro werden fünf Kunstwerke der documenta 14 für die Städtischen Kunstsammlungen in der Neuen Galerie erworben. Über die Ankäufe hat am Montag der Magistrat entschieden, wie Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp auf HNA-Anfrage mitteilte.

Ob der Obelisk auf dem Königsplatz, „Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ von Arnold-Bode-Preisträger Olu Oguibe, stehen bleiben wird, diese Frage ist von der gestrigen Magistrats-Entscheidung unberührt.

Angekauft werden: 

Sieben  der 15 Arbeiten aus Nevin Aladags Musikzimmer im Konservatorium (Odeion) in Athen. Die deutsch-türkische Künstlerin hatte Möbelstücke auf Flohmärkten und in Trödelläden erstanden und zu Musikinstrumenten umgebaut. Zum Start der d14 wurden diese Unikate „gespielt“. Damit stehen die Arbeiten Aladags, die im Landesmuseum eine Wand aus glasierter Keramik gezeigt hatte, repräsentativ für den Performance-Schwerpunkt der documenta 14. 

War in der Grimmwelt zu sehen: Ausschnitt von Susan Hillers Video. 

• Die in der documenta-Halle ausgestellten Gemälde und Zeichnungen – darunter das für Kassel gesicherte Bild „vater vater kind“ der Schweizerin Miriam Cahn – unter dem Titel „koennteichsein“ thematisierten Gewalt und Flucht – ein wichtiges Thema der d14. „Mit dem Ankauf wird eine weibliche Position die Sammlung der Gegenwartsmalerei in der Neuen Galerie um eine wichtige Arbeit ergänzen“, heißt es in der Mitteilung der Pressestelle. 

Edi Hila setzt sich in seiner Malerei mit den Auswirkungen des Faschismus und dem Übergang von der kommunistischen Diktatur zur Demokratie in seiner Heimat Albanien auseinander. Zu sehen war sie in Athen sowie in Kassel in der Torwache und der Hauptpost. Erworben wird das Gemälde „Boulevard 3“, die Darstellung des Regierungssitzes der Faschisten, den heute die Universität Tirana nutzt. 

Einst Regierungssitz der Faschisten: Das Gemälde „Boulevard 3“ von Edi Hila zeigt ein Gebäude der Universität Tirana. Foto: documenta

• Im Video von Susan Hiller („Lost and Found“) spielt passend zu ihrem Standort in der Grimmwelt die Sprache eine zentrale Rolle. 23 Personen sprechen Sprachen, die so gut wie ausgestorben oder vom Aussterben bedroht sind, oder die wieder zum Leben erweckt wurden. 

War in der Grimmwelt zu sehen: Ausschnitt von Susan Hillers Video.

Olaf Holzapfel hatte eine umfangreiche Präsentation („Zaun“) im Palais Bellevue, auf die sich auch seine Fachwerk-Konstruktion „Trassen“ in der Karlsaue bezog. Das Modell dafür aus Eschenholz soll mit vier digitalen Vorstudien in Kassel bleiben. Es ergänzt die vorhandenen Modelle früherer documenta-Außenkunstwerke.

Modell für den Bau in der Aue: Olaf Holzapfels „Trassen“ im Miniformat im Palais Bellevue.

Über den Erwerb der Kunstwerke hatte zunächst die Ankaufskommission beraten, deren Vorsitz die neue Kulturdezernentin Susanne Völker innehat. Erste Vorschläge hatte Dr. Dorothee Gerkens, Leiterin der Neuen Galerie, gemacht. Der Kommission gehören die kulturpolitischen Vertreter der Fraktionen sowie die Vorsitzenden des Kunstvereins, der Kasseler Ortsgruppe des Bundesverbandes Bildender Künstler und des Museumsvereins an. Vertreten sind auch die Museumslandschaft Hessen Kassel und das Fridericianum.

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