Fraktionsvize Materner will nun"entstellend" statt "entstellt" gesagt haben

Sieht sich falsch zitiert: Kasseler AfD äußert sich erneut zum documenta-Obelisken

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Kassel. Mit seinen Äußerungen im Kulturausschuss hatte er für einen Eklat gesorgt. Wie berichtet, hatte Thomas Materner, stellv. Fraktionsvorsitzender der AfD Stadt-Kassel, den Obelisken auf dem Königsplatz als „entstellte Kunst“ bezeichnet.

Materner sieht sich indes im Zusammenhang mit dem documenta-Kunstwerk des Nigerianers Olu Oguibe falsch zitiert. „Mein genauer Wortlaut im Ausschuss war nicht: „ideologisch-polarisierende, entstellte Kunst“, sondern richtig: „ideologisch-polarisierende-entstellende Kunst“, teilte Materner gestern mit.

Thomas Materner

„Nicht das Werk ist entstellt. Sondern das Werk entstellt, insbesondere bei dauerhaftem Verbleib, den denkmalgeschützten Königsplatz“, so Materner. „Irgendwelche Analogien zum barbarischen Kunstverständnis des Regimes, der dunkelsten Stunde unseres Landes, lehne ich strikt ab.“ Materner bezeichnet sich selbst als Liebhaber abstrakter Kunst „von Dali bis Hundertwasser, des Dadaismus und Kubismus.“.

Ihm sei wichtig, wieder über „die Sache“ zu sprechen, so der Vize-Fraktionschef der AfD, und fordert: „Der Obelisk muss wieder weg. Jeder documenta- Künstler kann ausstellen. Aber es gibt kein Anrecht auf einen Ankauf und Verbleib. Auch nicht mit einem kalkuliert-moralisch-politisierendem Werk.“

Die Umfrage der HNA zum Verbleib des Obelisken (mehr als 60 Prozent der über 5000 Teilnehmer waren für dessen Verbleib) könne ebenso wie die Einschätzung des Oberbürgermeisters Christian Geselle (SPD) nicht als repräsentativ gelten. „Es werden wohl hauptsächlich Nicht-Ortsansässige, dazu Angehörige der Kunst-Szene ihre Meinung dazu geäußert haben“, vermutet Materner. Die Kommentare der Kasseler Bürger sprächen eine andere Sprache.

Materner: „Wir haben in Deutschland eine lange Tradition von Recycling und Wiederverwendung. Somit rufe ich Herrn Olu Oguibe zu: „Take your Crap back!“

Die HNA bleibt bei ihrer Darstellung 

Die „Richtigstellung“ von Thomas Materner ist nicht glaubhaft. Insbesondere deshalb nicht, weil er unmittelbar nach seiner Äußerung vom Grünen-Stadtverordneten Gernot Rönz darauf angesprochen wurde. Rönz wies ihn darauf hin, dass es von „entstellt“ bis „entartet“ nur ein kleiner Schritt sei. Thomas Materner erwiderte Rönz „Diesen Schluss haben Sie gezogen“, stellte seine Formulierung selbst aber nicht in Abrede. Die HNA bleibt deshalb bei ihrer Darstellung. (w.f.)

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