1. Startseite
  2. Kultur
  3. documenta

Kasseler gibt Skateboard-Workshops in documenta-Halle

Erstellt:

Kommentare

Jonas Albrecht vom Verein Mr. Wilson mit einem Skateboard in der Hand vor der Skatebahn in der documenta-Halle während der documenta in Kassel.
Zwischen Graffiti gibt Jonas Albrecht vom Verein Mr. Wilson Skateboard-Workshops in der documenta-Halle. © Anna Weyh

Jonas Albrecht ist fast immer in der Wilson-Halle in Kassel zu finden. 100 Tage lang hat er seinen Stammplatz nun aber eingetauscht. Gegen die documenta-Halle.

Kassel – Doch dem Kasseler geht es in erster Linie nicht um die dort ausgestellte Kunst, sondern um die Skaterbahn, die das thailändische Künstlerkollektiv Baan Noorg Collaborative Arts and Culture dort aufgebaut und gestaltet hat.

Der 30-Jährige liebt das Skateboard-Fahren bereits seit er ein Kind war. „Zuerst bin ich Inliner gefahren. Ein Freund hat mich dann vom Skateboard begeistern können, damals war ich etwa zehn Jahre alt“, sagt Albrecht. Diese Begeisterung ist bis heute geblieben. Er ist Mitglied im Kasseler Skateboard-Verein Mr. Wilson und arbeitet nebenberuflich sogar als Skateboard-Lehrer. „Ich unterrichte zum Beispiel in Skateboard-Camps und gebe Workshops in Schulen“, sagt er. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Das ist toll.“

Solche Workshops finden während der Weltkunstausstellung auch jeden Samstag in der documenta-Halle statt. Von 16 bis 17 Uhr zeigt er interessierten Besuchern die richtige Technik fürs Skateboard-Fahren. Zum Beispiel, wie man richtig auf dem Brett steht und wie das Gewicht verlagert werden muss, damit das Lenken gelingt. Vorkenntnisse sind dafür nicht notwendig, Skateboards und Schutzkleidung gibt es vor Ort kostenlos zum Ausleihen.

„Es geht darum, erst mal ein Gefühl fürs Skateboard zu bekommen“, sagt Albrecht. Weit vor der documenta suchten die Künstler von Baan Noorg die Zusammenarbeit mit dem Kasseler Verein. „Sie kamen einfach in unsere Halle und haben gefragt. Ich finde es gut, dass die documenta-Künstler auch mit Leuten wie uns vor Ort arbeiten“, sagt Albrecht.

Den Skateboard-Park hat das Kollektiv gestaltet und sieht es als dynamische, dialogische Plattform, durch die ein Wissensaustausch ermöglicht werden kann. Baan Noorg widmet sich häufig in ihren Arbeiten Kindern und Jugendlichen. „Das Skateboard-Fahren beschäftigt die Kinder. Es holt sie von der Straße“, stimmt Albrecht zu.

Um den Austausch und die Verbindung zwischen Baan Noorgs thailändischer Herkunft und der documenta-Stadt Kassel zu stärken, sammelt das Kollektiv gemeinsam mit dem Verein Mr. Wilson Skateboard-Spenden und sendet diese an bedürftige Kinder in Thailand. Dazu stehen im Skateshop Titus an der Treppenstraße sowie in der Wilson-Halle selbst gemachte Spendenboxen bereit.

Mehr als 30 Boards seien bereits nach Thailand verschickt worden. In der Heimat des Künstlerkollektivs gibt es eine überdachte Fläche mit einigen selbst gebauten Rampen, die die Künstler darauf gestellt haben, um den Kindern eine Freude zu bereiten. „Wenn sie es nicht selbst machen, macht das niemand“, sagt Albrecht.

Die Skaterbahn in der documenta-Halle kann mit Rollschuhen, Inlinern und Skateboards genutzt werden. Ein documenta-Ticket ist nicht notwendig. „Einfach zum Ausgang der documenta-Halle im Untergeschoss kommen und den Mitarbeitern Bescheid geben“, sagt Albrecht. Dann stehe dem Skaten nichts mehr im Weg.

Auch interessant

Kommentare