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Kinderkrippe in Fridskul soll bleiben: Elterninitiative setzt sich für Erhalt ein

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Von: Anna-Laura Weyh

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Genießen die Zeit: (von links) Elke Avenarius von der Kinderkrippe „Kleine Entdecker“, documenta-Mitarbeiterin Silva Hable, Mutter Inga Garstka mit Tochter Jara und Niklas Kunde, der mit seiner Familie auch gern Zeit in der Krippe verbringt.
Genießen die Zeit: (von links) Elke Avenarius von der Kinderkrippe „Kleine Entdecker“, documenta-Mitarbeiterin Silva Hable, Mutter Inga Garstka mit Tochter Jara und Niklas Kunde, der mit seiner Familie auch gern Zeit in der Krippe verbringt. © anna weyh

Eine Elterninitiative setzt sich für den Erhalt der Kinderkrippe ein, die als Teil der documenta in der Fridskul steht. Auch nach der Kunstausstellung soll sie in Kassel bleiben.

Kassel – Als offenen, aber geschützten Ort, an dem sich Kinder frei bewegen können, bezeichnen die Kasseler Eltern den Raum für Babys von null bis drei Jahren in der Fridskul, so heißt das Fridericianum während der documenta. Die Künstlerin Graziela Kunsch hat ihn gemeinsam mit Elke Avenarius von der Kasseler Kinderkrippe „Kleine Entdecker“ gestaltet. Geplant war eigentlich, dass die Künstlerin die Einrichtung nach Ende der documenta wieder mit in ihre brasilianische Heimat nach Sao Paulo nimmt und dort Kindern und Eltern zur Verfügung stellt. Nun möchte eine gegründete Elterninitiative die Stadt Kassel davon begeistern, die Krippen-Einrichtung zu kaufen und dauerhaft in Kassel zu behalten.

„Das Konzept ist einzigartig in Kassel. Kinder und Eltern können gemeinschaftlich und ohne Distanz hier Zeit verbringen“, sagt Niklas Kunde, der schon oft mit seiner Familie die Kinderkrippe besucht hat. Das Angebot sei niederschwellig, ohne Anmeldung oder Kosten können Eltern und Kinder an sieben Tagen die Woche von 10 bis 20 Uhr die Küche samt Sitzgruppe, die Wickel- und Stillmöglichkeit sowie die Spiel- und Ruheflächen nutzen. Besonders in Hinblick auf das Wetter im Herbst und Winter bilde das eine kreative und achtsame Alternative zum Spielplatz. „Hier gibt es alles, was man braucht, um Eltern und Familien die Innenstadt zugänglicher zu machen“, sagt Kunde.

Dieses Kunstprojekt sei eine Bereicherung für Kassel. „Und das Lumbung-Prinzip wird toll verkörpert“, sagt Inga Garstka von der Elterninitiative. Die Sozialpädagogin ist mit Tochter Jara ebenfalls häufig in der Kinderkrippe im Fridericianum. Die knapp Zweijährige spielt dort besonders gern im Sandkasten und schaufelt vergnügt den Sand in kleine Förmchen. „Vielen gefällt es hier sehr gut, auch dem internationalen Publikum. Es kommen immer wieder dieselben Eltern her“, sagt documenta-Mitarbeiterin Silvia Hable, die als Raumvermittlerin für den Krippenbereich zuständig ist. „Wir haben eine Liste ausgehängt. Darauf können sich die Eltern eintragen, wenn sie sich für den Erhalt der Einrichtung in Kassel einsetzen möchten“, sagt Hable. Mehr als 80 Mütter und Väter haben auf der Liste bereits unterschrieben.

Die Stadt Kassel sagt: „Wir freuen uns, dass das Projekt von Graziela Kunsch im Fridericianum gut ankommt und als Ort für Begegnungen angenommen wird.“ Es handele sich bei dem Betrieb der Kinderkrippe jedoch um ein besonderes pädagogisches Angebot für Familien im Rahmen einer künstlerischen Arbeit der documenta fifteen „Nicht um eine reguläre Kita und nicht um eine Kunstinstallation im Sinne der Ankäufe für die von der Neuen Galerie betreute städtische Kunstsammlung“, sagt ein Stadtsprecher. Inwieweit die Weiterführung dieses Angebots unterstützt werden könne, befinde sich aktuell noch in Prüfung.

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