Kommentar zur documenta 14: Die Neugier wächst

Als bestimmt wurde, die documenta 2017 auch in Athen stattfinden zu lassen, war nicht absehbar, wie sehr sich dort heute die Krisen ballen. Ein Kommentar von Mark-Christian von Busse.

Als Adam Szymczyk Ende 2013 mit dem Konzept zum documenta-Leiter bestimmt wurde, die Ausstellung 2017 auch in Athen stattfinden zu lassen, war nicht absehbar, wie sehr sich heute in der griechischen Hauptstadt die Krisen ballen:

Überschuldung und Flüchtlingszustrom machen Athen zum anhaltenden Brennpunkt Europas. Der Proteststurm gegen die documenta-Verdoppelung ist abgeebbt. Vielleicht auch, weil das Anliegen des Polen nachvollziehbar wird.

Die Welt ist in vielfacher Hinsicht dicht zusammengerückt – nicht zuletzt sind die auf den griechischen Inseln gestrandeten Flüchtlinge bis vor kurzem in den Norden Europas gezogen, wo sie die bessere Zukunft erhoffen.      

Es ist also nicht nur hilfreich und sinnvoll, sondern auch geboten, die Perspektiven zu wechseln, den eigenen Standpunkt infragezustellen. Genau das will Szymczyk anstoßen.     

Ein Jahr vor dem Start in Athen wächst die Neugier, wie die Künstler, die sich bald auch in Kassel inspirieren lassen, die Brücke zwischen den dann zeitweilig zwei documenta-Städten schlagen werden.

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