Kommentar zum Lohn-Ärger bei der documenta: Im Umgang peinlich

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documenta in Athen: Den Aufsichten weniger Lohn gezahlt als versprochen. Der Umgang der documenta damit? Mindestens peinlich. 

Die documenta am Co-Standort Athen sorgt für neue Schlagzeilen, weil die documenta deutlich weniger Lohn zahlt, als sie versprochen hat. Warum dieser Weg unwürdig ist, kommentiert HNA-Redakteur Florian Hagemann. 

Es ist kein Skandal, wenn die von der documenta beauftragte Leiharbeitsfirma den Mitarbeitern in Athen einen Stundenlohn von 5,62 Euro zahlt. Der Betrag liegt tatsächlich noch über dem Mindestlohn des Landes. Insofern lässt sich über die bloße Zahl zwar diskutieren, aber sie lässt sich eben nicht skandalisieren.

Also alles gut und erledigt? Nein. Das Problem an der ganzen Sache ist nämlich vielmehr der Umgang der documenta mit dem Thema. Da wäre die Tatsache, dass es eine Diskrepanz gibt von versprochenem und letztlich gezahltem Lohn, die Manpower als Leiharbeitsfirma ganz offen bestätigt. Das macht den Vorgang peinlich für die Geschäftsführung der Weltkunstausstellung. Und dieser Vorgang wird noch peinlicher, wenn eine entsprechende Passage in einem Radiobeitrag als glatte Lüge bezeichnet wird. Das ist schlicht dreist von der documenta.

Das Verhalten passt aber in deren bisherige Außendarstellung, die geprägt ist von Skepsis – und somit nicht von der Offenheit, die sich die Kunstwelt in vielen Bereichen so gerne wünscht. Die eigenen Ansprüche bleiben hier schnell unberücksichtigt.

Dabei hätte es im vorliegenden Fall eine naheliegende Lösung gegeben: Die documenta selbst hätte die unterschiedliche Bezahlung in Athen und in Kassel inklusive der verschiedenen Mindestlöhne zum Thema machen können. Das hätte aber wohl nicht zum Motto gepasst: „Von Athen lernen.“

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