Adam Szymczyk und Team äußern sich

Kommentar zur Stellungnahme der documenta: Das hat die Kunst nicht verdient

Kassel. Der künstlerische Leiter und die Kuratoren der documenta haben sich zum Skandal um die Finanzen der Ausstellung geäußert. Ein Kommentar dazu von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Was wäre wohl passiert, wenn man als Besucher zu einem Ausstellungsort gegangen wäre mit der Ansage: Die documenta ist ein ausbeuterisches Modell, ich zahle deshalb nicht und gehe so rein?

Das Statement von Adam Szymczyk und seinem Gefolge entlarvt die documenta und ihr künstlerisches Konzept als eine Selbstvernichtungsaktion. Wenn der künstlerische Leiter das Modell der Ausstellung als ausbeuterisch bezeichnet, dann ist sein System der Vernichtung von Steuergeld ja vermutlich das Kernziel des Projekts.

Eine Ausstellung, die sich Kapitalismuskritik und Flüchtlingsproblematik zu widmen vorgibt, sieht sich selbst als Ausbeutungsmodell und beutet zur Untermalung dieser absurden Thesen mal kurz die öffentlichen Kassen aus. Kunst, so wiederholt die Botschaft, darf alles und hat somit auch die Freiheit, jedwedes fremdes Geld zu verpulvern.

Wenn es nicht die documenta wäre – man könnte meinen, es hier mit einer sektiererischen Gruppe zu tun zu haben. Das hat die documenta, das hat Kassel, das haben all jene, die Eintritt gezahlt und Stunden gewartet haben, das hat die Kunst nicht verdient. Und die Fragen an jene, die für die Berufung Szymczyks verantwortlich waren, werden immer mehr und immer dringlicher.

Das System der documenta – es ist seit dieser Stellungnahme richtig in der Krise.

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