documenta-Kunstwerk auf dem Königsplatz

Künstler Olu Oguibe über Zukunft seines Obelisken: "Es gab kein Angebot"

Olu Oguibe

Kassel. In der Diskussion um den Obelisken auf dem Königsplatz hat sich jetzt auch der Künstler Olu Oguibe zu Wort gemeldet. Die Stadt Kassel habe ihm bisher kein Angebot gemacht, es habe keine Verhandlungen gegeben.

In einem Brief an die HNA schreibt er, dass er die Berichterstattung über sein Kunstwerk und die vielen positiven Rückmeldungen sehr aufmerksam verfolgt habe.

In einem Gespräch mit der Kasseler Kulturdezernentin Susanne Völker habe er am 15. September auf Nachfrage erstmals einen möglichen Preis für den Obelisken genannt. Dabei habe er den Wert auf dem Kunstmarkt angegeben, was eine übliche Vorgehensweise sei. Im Anschluss habe man darüber geredet, wie Geld für den Ankauf auch über Spenden gesammelt werden könne. Dabei habe er auch erwähnt, dass ihm durchaus bewusst sei, welche Zugeständnisse Giuseppe Penone vor fünf Jahren gemacht habe. Damals kaufte die Stadt den Penone-Baum mit Hilfe von Spenden an.

Eine Woche nach dem Gespräch habe er per E-Mail die Rückmeldung bekommen, dass die Stadt nicht in der Lage sei, auch nur die Hälfte der geforderten Summe von einer Million Euro aufzubringen. Der Vergleich mit dem Penone-Baum hinkt nach Ansicht von Olu Oguibe, denn von dem Bronzebaum habe es mindestens noch ein weiteres Exemplar gegeben. Das habe der Künstler bei einer Auktion für 1,33 Millionen Dollar verkauft.

Bei der Verleihung des Bodepreises habe er deutlich gemacht, dass der Obelisk ausdrücklich für Kassel gemacht sei. Der sei eine Arbeit mit einer einfachen Botschaft, die viele Menschen berührt habe. Der Obelisk sei für einen Ort gemacht worden, der von einem Planer aus einer Flüchtlingsfamilie gestaltet worden sei. Oguibe meint damit Simon Louis du Ry, der hugenottische Wurzeln hat.

Auch wenn manche das Thema für ihre politischen Ziele instrumentalisieren wollten, hätten sich viele Menschen für den Verbleib des Obelisken ausgesprochen. Er sei deshalb erstaunt darüber, dass die Stadt scheinbar in Eile sei, das Kunstwerk abzubauen und damit zu zerstören. Verhandlungen mit ihm über den Preis habe es nicht gegeben. „The city made me no offer for the Obelisk“, schreibt Olu Oguibe wörtlich. Die Stadt habe ihm kein Angebot für den Obelisken gemacht. Und er signalisiert Gesprächsbereitschaft. Sollte die Stadt doch noch auf ihn zukommen, sei er gern zu Verhandlungen bereit.

Sein Ziel sei eine Vereinbarung, mit der der Aufwand für das Kunstwerk als Unikat honoriert werde. 

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