documenta 13: Moore zerstörte Künstlerhaus selbst

Wenige Tage vor Beginn der documenta entstand dieses Bild des Wohnhauses auf Gareth Moores Anlage.

Kassel. Das Rätsel um das eingestürzte Haus des kanadischen documenta-Künstlers Gareth Moore ist gelöst. Wie die Kunstschau am Sonntag bestätigte, habe der Künstler selbst das Haus in der Karlsaue mit einer schweren Baumaschine zerstört.

„Alles geht wieder da hin, wo es hergekommen ist“, hatte sich der öffentlichkeitsscheue Künstler bereits vor Tagen von einer Mitarbeiterin zitieren lassen. Sie hatte klargestellt, dass es sich nicht um Vandalismus handele.

Moore hatte bereits seit 2010 am Rand der Karlsaue eine Gartenanlage mit drei bewohnbaren Gebäuden aus gefundenen oder ausrangierten Materialien aufgebaut. Der Abriss sei als Teil des künstlerischen Konzepts geplant gewesen. (ach)

Unser erster Bericht zu diesem Thema:

Einstürzende Bauwerke sind eigentlich nichts Neues auf der documenta. Trotzdem überrascht der Zusammenbruch des Wohnhauses in der Anlage des kanadischen Künstlers Gareth Moore - seit einigen Tagen steht dort kein Stein mehr auf dem anderen.

Bei der letzten documenta im Jahr 2007 war die Installation Template des chinesischen Künstlers Ai Weiwei vor der Orangerie nach einem Unwetter zusammengebrochen. Ai baute sein Werk nicht wieder auf, sondern erklärte es auch in seiner neuen Form zur Kunst. Ähnlich ist es nun bei Gareth Moore. „Alles geht wieder da hin, wo es hergekommen ist“, lässt sich der Künstler von einer Mitarbeiterin zitieren. Auf Nachfrage der HNA versichert sie, Vandalismus sei nicht die Ursache für den Zusammenbruch.

Moore hatte bereits seit 2010 am Rand der Karlsaue eine Gartenanlage mit drei bewohnbaren Gebäuden aufgebaut. Als Baustoffe benutzte er gefundene oder ausrangierte Materialien. Das nun zerstörte Gebäude ist das, in dem der Künstler selbst wohnte. Andere Objekte sollen ganz entfernt worden sein. Offen bleibt, ob der Künstler für die Demontage selbst verantwortlich ist.

Zusammengebrochen: Das Wohnhaus kurz vor Ende der documenta. Die Fotos wurden von außerhalb des Geländes gemacht.

Dass Moore sich nicht ausführlicher zu dem Vorfall äußert, verwundert nicht. Generell ist der Künstler öffentlichkeitsscheu. Fotos von ihm sind selten, auf seiner Anlage in der Aue verbietet er das Fotografieren ganz. Es ist auch fraglich, ob Moore wirklich auf dem Grundstück wohnt. Neben dem Künstler selbst wohne nur ein Freund dort, heißt es von der Mitarbeiterin. Das dritte Haus dient als Herberge. Dort können documenta-Besucher für jeweils eine Nacht Unterkunft finden.

Tagsüber betreut eine Gruppe von Studenten der Kunsthochschule Mainz den Garten, vor dem sich auch nach dem Zusammenbruch des Hauses lange Schlangen bilden. Geöffnet ist die Anlage weiterhin. Maximal 33 Gäste werden gleichzeitig auf das Gelände gelassen, auf dem es auch einen Kiosk, die Künstlerwerkstatt und einen Altar gibt. In der letzten Woche der documenta wird sich nun zeigen, ob Moore auch den Rest seiner mühevoll aufgebauten Anlage demontiert. (rax)

Quelle: mydocumenta

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