Hunde dürfen nur zu den d13-Außenkunstwerken in der Aue mitgenommen werden

Hunde auf der documenta 13: Kunst schnuppern oft tabu

Hier geht’s nicht rein: Gabriele Göbel darf ihren Terriermischling Lilli nicht auf die Weinbergterrassen mitnehmen, weil die documenta eine Beschädigung der Kunstwerke fürchtet. Fotos: Ludwig, Schachtschneider

Kassel. Das Interview mit Carolyn Christov-Bakargiev in der Süddeutschen Zeitung hatte Hundehalterin Gabriele Göbel (47) aus Kassel Hoffnung gemacht. Schließlich wollte sie mit ihrem Hund die documenta besuchen.

Im Interview hatte die künstlerische Leiterin der documenta gesagt: „Es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Frauen und Hunden oder zwischen Männern und Hunden.“

Nun musste Göbel feststellen, dass es doch einen kleinen Unterschied gibt. Mit ihrem Terriermischling Lilli darf sie nur die Außenkunstwerke der d13 in der Aue und am Kulturbahnhof besuchen.

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Die 47-Jährige ist begeistert von der documenta. „Sie spricht mich diesmal besonders an.“ Bei ihrem ersten Besuch musste sie aber feststellen, dass sie mit ihrem dreijährigen Hund meist vor verschlossenen Türen steht. „Bei den Museen war mir klar, dass mein Hund nicht hineindarf – das ist ja auch sonst verboten. Aber bei den Weinbergterrassen etwa habe ich es nicht verstanden.“

Lena Pralle vom documenta-Pressebüro erklärt die Einlassregeln: Grundsätzlich seien Tiere in den Ausstellungsinnenräumen aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht gestattet. Auch die d13-Künstler hätten darum gebeten, um mögliche Schäden zu vermeiden. Kunstwerke könnten durch Flöhe und Insekten, die eventuell im Tierfell sitzen, beschädigt werden.

Diese Regelung gelte nicht nur für die großen Häuser wie Fridericianum, documenta-Halle, Neue Galerie und Hauptbahnhof, sondern auch in den Auehäusern. Auch auf den Weinbergterrassen seien Hunde verboten, da die „Materialität der Arbeiten“ eine „empfindliche Angriffsfläche für Tierexkremente“ biete.

„Ausgenommen sind natürlich Assistenzhunde wie etwa Blindenhunde, die als Begleiter auch in den geschlossenen Räumlichkeiten mitgeführt werden dürfen“, sagt Pralle.

Gabriele Göbel hatte bei ihrem ersten documenta-Besuch mancherorts Glück. Vor dem Hotel Hessenland und am Ausstellungsort Obere Karlsstraße 4 (ehemalige Bäckerei) hätten sich documenta-Aufsichten bereit erklärt, kurz draußen auf ihre Lilli aufzupassen. Auch in zwei der Hütten in der Aue habe sich niemand über ihren Hund beschwert.

„Weil ich eine Dauerkarte habe, parke ich meinen Hund nun immer bei einer Freundin“, sagt Göbel. Das findet sie schade, weil sie dachte, Tiere würden von der documenta in den Mittelpunkt gerückt. Einmal habe Lilli aber doch schon ausgiebig Kunstluft schnuppern dürfen: Auf dem d13-Hundeparcours des kanadischen Künstlers Brian Jungen in der Aue. Dort müssen Zweibeiner draußen bleiben, wenn sie keinen Hund dabei haben.

Quelle: mydocumenta

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