Kunst-Kiosk für Kassel entsteht an der Uni - Treffpunkt für die documenta

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Gestern vor dem Arbeitsendspurt: Lehrbeauftragter Markus Braband, die Studenten Martin Pelz, Julian Claus, Christian Siebert, Marianna Delikaterini, Dr. Ludwig Möller und Christian Martin (Zentrum führ unternehmerisches Denken und Handeln) am Holzgerüst des Kiosks. 

Kassel. Ein Hauch von Athener Kioskkultur hält auf dem Uni-Campus Einzug. Dort haben Studierende neben dem Lernzentrum Leo an der Moritzstraße innerhalb weniger Tage eine Art Holzpavillon hochgezogen.

Mitsamt Bestuhlung aus selbst gezimmerten Möbeln und kleiner Bühne soll er ab heute zum sozialen Treffpunkt und Krämerladen für Kunst während der documenta werden.

„Periptero“ lautet der Name des interdisziplinären Projekts der Moving School der Uni Kassel – nach der Bezeichnung für die traditionellen Kioske, die das Straßenbild griechischer Städte prägen. Anhand dieser Kioske greifen die Studierenden das documenta-Motto „Von Athen lernen“ auf und füllen es im Wortsinn mit Leben.

Anders als in Deutschland, wo man am Kiosk in der Regel nur kurz für den Kauf von Kaugummis, Zeitschriften oder Zigaretten stoppt, sei der „Periptero“ in Griechenland viel mehr als ein Verkaufsstand, sagt Kunststudentin Alicia Peis (24): nämlich ein Ort der Begegnung und Kommunikation. Bei einer Reise nach Athen vor einem Jahr haben sich die Studierenden vor Ort davon überzeugt und mit Einheimischen gesprochen. So reifte die Idee, mithilfe eines solchen Kiosks nach griechischem Vorbild die Brücke zwischen Kassel und Athen zu schlagen. Auch die documenta 14 findet in Teilen in Griechenland statt.

Am Kasseler „Periptero“, selbst entworfen und gebaut von den Studenten, soll es statt Dingen des täglichen Gebrauchs aber vor allem Produkte und Werke von Künstlern aus Kassel und Athen geben. Die Preisspanne reicht dabei von einem Euro für eine Postkarte bis zu 250 Euro für Fotografien oder Bilder in limitierter Auflage. Auch Snacks und Getränke werden angeboten. Ein Kassenschlager könnten dabei die beiden in Zusammenarbeit mit der Caricatura-Bar kreierten Cocktails „Herkules“ und „Athene“ werden – eine Mischung von Hochprozentigem aus Griechenland und deutscher Orangenlimo.

Zudem gibt es am Kulturkiosk ein wechselndes Programm mit Performances, Lesungen, Live-Musik und Workshops. Auch Kinder gibt es Angebote von der Monsterjagd bis zum Tanzworkshop. Zum Eröffnungsprogramm heute von 15 bis 22 Uhr wird unter anderem der Künstler Giò Di Sero (Streetuniversity Berlin) eine Art moderne Segnungszeremonie für den Kiosk vornehmen: Er will dem Projekt, das einige Rückschläge zu verkraften hatte und zuletzt von der documenta selbst von seinem geplanten Standort an der Gottschalkstraße verdrängt wurde, „positive Vibes“ verleihen.

Der Kiosk ist ab Donnerstag, 8. Juni, bis 30. Juli von 10 bis 20 Uhr geöffnet, dienstags geschlossen. 

Infos und Programm

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