Kassel Marketing hat für den documenta-Sommer eine Liste mit Privatunterkünften erstellt

Liste mit Privatunterkünften: documenta füllt die Gästebetten

+
Gäste sind willkommen: Gudrun Hofrichter bietet documetna-Besuchern eine gemütliche Unterkunft in ihrem eigenen Zuhause an.

Kassel. Die große Gästewelle zur documenta 13 rollt langsam heran. Hundertausende werden in diesem Sommer während der hundert Tage Kunstschau wieder in Kassel erwartet.

„Am Eröffnungswochenende 9./10. Juni sind sämtliche Hotels in Kassel so gut wie ausgebucht“, sagt Hubert Henselmann, der Bereichsleiter Tourismus bei Kassel Marketing. Das sind 5100 Betten, die bereits belegt sind.

Da reisen vor allem die Journalisten aus aller Welt aber auch viele Menschen aus dem Umfeld der Künstler und andere Kunst-Fans an. Auch für das letzte documenta-Wochenende, 15./16. September, bestehe kaum noch Hoffnung auf ein freies Hotelzimmer. „Die Hotels führen für diese Zeit bereits Wartelisten, falls jemand kurzfristig absagt.“

Jutta Schless

Umso wichtiger sei es, documenta-Gästen zusätzlich private Zimmer und Wohnungen anbieten zu können, sagt Henselmann. Neben den 52 Ferienwohnungen, die es in und um Kassel ohnehin gibt, erstellt Kassel Marketing zu jeder documenta eine Liste mit Privatzimmern, die gebucht werden können. Das hat Tradition und die Kasseler ziehen mit. „Schon im Herbst kamen die ersten Angebote von Zimmern“, sagt Jutta Schless von der Tourist Information. Seitdem seien kontinuierlich Adressen bei Kassel Marketing eingetrudelt. Auch Gudrun Hofrichter aus Bad Wilhelmshöhe meldete sich, um drei Zimmer anzubieten.

Erstmals habe man keinen Aufruf starten müssen. „Es hat von allein funktioniert.“ Einzige Bedingung, die die Tourismus-Experten den Anbietern machten: Für die Kontaktaufnahme muss eine Internetadresse zur Verfügung stehen. „Die Wohnungen haben wir uns nicht angeschaut“, sagt Schless, „aber wir hatte in der Vergangenheit auch noch nie Beschwerden.“ Jetzt sei die Liste mit 26 Adressen abgeschlossen, darunter viele erfahrene documenta-Gastgeber.

Zimmer ab 23 Euro die Nacht mit Badbenutzung in der Gastgeberfamilie bis zur Ferienwohnung für 95 Euro mit Waschmaschine und Badewanne sind im Angebot. Bei den Anbietern handele es sich in der Regel um Leute, die selber Lust auf die documenta haben, die sich auf das Kunstereignis freuen und den Kontakt zu den internationalen Gästen schätzen, sagt Schless. Einige seien jedes Mal dabei. Die erzählten dann von interessanten Gästen und guten Gesprächen.

Das Klientel seien vor allem kurzfristige Gäste oder solche, die sich spontan entschließen, länger als geplant in Kassel zu bleiben. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es in Kassel während der attraktiven documenta-Zeit außerdem besonders viele Kongresse und Versammlungen mit entsprechend vielen Gästen gibt, sagt Schless.

Bedauerlicherweise geben es noch keine Angebote von billigen Massenunterkünften für Rucksacktouristen wie es sie etwa zur letzten documenta in der Martini-Brauerei gab, sagt Jutta Schless.

Zum Frühstück gibt's Gespräche

Familie Hofrichter/Hofer freut sich auf interessante documenta-13-Gäste

Wir freuen uns alle sehr auf die documenta und ihre Gäste", sagt Gudrun Hofrichter. Gastfreundlich ist die Kasseler Familie Hofer/Hofrichter schon immer gewesen. Bereits in der Vergangenheit hat sie dem einen oder anderen Gaststudenten ein Bett in ihrem großen Haus in Bad Wilhelmshöhe zur Verfügung gestellt. Als privater Zimmervermieter für documenta-Besucher sind Gudrun Hofrichter und ihre Familie in diesem Jahr zum ersten Mal dabei.

Drei Anfragen hat es schon für die insgesamt drei Zimmer, die im Haus zur Verfügung stehen, gegeben: aus Schweden, aus Korea und aus Wien, erzählt Gudrun Hofrichter. Sie ist Dozentin am Lehrerseminar und ebenso wie ihr Mann selbst Künstlerin. Sie freut sich auf viele interessante Gespräche - vor allem über Kunst.

"Alle müssen mithelfen und ab und zu das Frühstück bereiten." Gudrun Hofrichter

Es war ihre Idee, Gastgeber für documenta-Besucher zu sein. Ehemann Thomas Hofer und die drei Kinder im Alter von 15, 17 und 19 Jahren waren sofort einverstanden. "Alle müssen ein bisschen mithelfen und ab und zu mal das Frühstück bereiten."

Hofrichter hat sich für den Sommer Zeit genommen, um sich um ihre Gäste zu kümmern. Für das Einzelzimmer inklusive Frühstück nimmt sie 35 Euro. "Ich bin gespannt. Wir betreten ja Neuland."

Wie bei den meisten Gastgebern steht für sie das Interesse an internationalen Bekanntschaften und Gesprächen im Vordergrund. "Sicher verdienen wir damit auch ein bisschen Geld, aber das war nicht ausschlaggebend für unsere Entscheidung. Ich hoffe, wir werden alle viel Englisch mit unseren Gästen sprechen. Das ist doch eine Gelegenheit, mal wieder die Fremdsprachenkenntnisse hervorzukramen."

Quelle: mydocumenta

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.