Ein Stück Ausstellung zum Mitnehmen

Kunstsocken und Klebeeulen: die documenta 14 und ihre Fanartikel

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Modisch: Isabel Liebehenz mit d14-T-Shirt für 29 Euro.

Kassel. Mit ihren Souvenirs verweigert sich die documenta 14 der Wiedererkennbarkeit - bietet aber ausgefallene Fanartikel. 

Dass die documenta einen kritischen Blick auf den Kapitalismus richten will, heißt nicht, dass es dort nichts zu kaufen gibt. Da sind einmal die Produkte, die Kunstwerke sind: die schwarze Seife von Otobong Nkanga, das schwarze Bier von Emeka Ogboh und die zehenfreien Arbeitsschuhe von Irena Haiduk. Und dann gibt es in den documenta-Shops die Stapel von Büchern und Werbeartikeln, die auf der d14 klangvoll „Erinnerungen“ heißen.

Wer seinen Besuch in Kassel mit einem Souvenir anreichern möchte, dem stehen in diesem Jahr besonders viele Optionen zur Verfügung. Da wären zum Beispiel die d14-Socken für Kunstspaziergänger – frotteeweiß in Boris-Becker-Gedenkoptik –, die inzwischen auch unbesorgt in Sandalen getragen werden dürfen. Die documenta am Fuß gibt es in Kinder- und Erwachsenengrößen und ist für zehn oder 12 Euro zu haben.

Keine einheitliche Optik: Man wolle sich "nicht kommerziell definieren lassen"

Auch der Rest des Besucherkörpers lässt sich in d14-Optik verhüllen. Es gibt Halstücher mit Pixelmuster für 24 Euro, Stoffgürtel für 69 Euro oder Shirts in verschiedenen Grafitti-Designs für jeweils 29 Euro.

Auffällig ist, dass sich die Produkte nicht in einheitlicher Optik präsentieren. Die ungesund verdrehte Eule wird genauso als Motiv angeboten wie die Zahl „14“ in gesprühter Schrift. Manche der Souvenirs lassen sich auf den ersten Blick gar nicht mit der Kunstschau in Verbindung bringen.

Junge Kunst: Das Lätzchen mit Eule gibt es für zehn Euro. Für die volle Ansicht, bitte auf das Bild klicken.   

„Die documenta wollte bewusst kein einheitliches Logo, welches man sofort erkennt,“ sagt Sophia Schmieder, Leiterin der Abteilung „Merchandise und Shops“ bei der Marketingagentur „Avantgarde“, die den Verkauf der Werbeartikel betreut. „Die Entscheidung für mehrere Grafikbüros dient dazu, sich nicht kommerziell definieren zu lassen.“

Ökonomie-Kritik trifft auf Andenken-Verkauf: Geht das mit fairen Dingen zu?

Bei einer Ausstellung, die sich exzessiv an globaler Ökonomie und deren Folgen abarbeitet, liegt die Frage nahe, wo und wie die documenta-Andenken produziert werden. Die Etiketten der Textilien verraten wenig, Sophia Schmieder versichert jedoch, dass bei den unterschiedlichen Produktionsstandorten auf Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen geachtet wurde. Alle Kleidungsstücke seien aus zertifizierter Bio-Baumwolle gemacht.

Die gut gefüllten Container-Läden in der Innenstadt sind ein Indiz für die intakte Kauflaune des Kunstpublikums. Besonders gut laufen laut Sophia Schmieder die Turnbeutel mit d14-Eule für acht oder 12 Euro, auch diese gibt es für Kinder und Erwachsene.

Anhängliche Eule: Luisa Appel aus Wolfhagen (links) und Evamarie Banschbach aus Melsungen tragen das documenta-Wappentier als Klebetattoo. Ein Zweierset kostet drei Euro. Für die volle Ansicht, bitte auf das Bild klicken.   

Eine besonders anhängliche Erinnerung sind die Klebetattoos in Silber und Schwarz, die sich mit einem feuchten Tuch auf die Haut auftragen lassen und einige Tage halten sollen. Sollten die Füße in den documenta-Socken beim Kunstwandeln müde werden, bietet das d14-Sortiment auch bedruckte Klappstühlchen zum Mitnehmen. Die Mattheit sollte einen jedoch am besten draußen befallen. In die Ausstellungsräume dürfen die Hocker nämlich nicht.

Für Spaziergänger: documenta Socken für zehn oder 12 Euro. Für die volle Ansicht, bitte auf das Bild klicken.   

documenta-Shops gibt es auf dem Friedrichsplatz, an der documenta-Halle, an der Neuen Galerie und an der Neuen Hauptpost. Einige Produkte können auch online unter shop.documenta.de bestellt werden.

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