60 Worte pro Minute - 60 WRD/MIN ART CRITIC

Lori Waxmans Kunstkritik: Maxie Fischer

Die Chicagoer Kunstkritikerin Lori Waxman rezensiert auf der documenta 13 öffentlich Kunst von jedermann. Etablierte Künstler, Studierende, Hobbymaler - sie alle können nach vorheriger Terminabsprache Werke in Waxmans blauer Hütte an der Schönen Aussicht vorbeibringen.

60 Worte pro Minute Kunstkritik

60 WRD/MIN ART CRITIC

Fatalismus und Melancholie durchdringen eine Serie von Schwarzweißfotografien von Maxie Fischer. Manche der Bilder wurden in Island aufgenommen, andere wiederum in ihrer Heimatstadt.

Die sieben Bilder zeigen: Ein regennasses Fenster mit vertikal angelegten Schattierungen. Ein Haus irgendwo in pittoreskem Niemandsland. Einen Haufen ausgeblichener, weißer Knochen, die friedlich in trockenem Gras verstreut liegen. Den Schädel und das Gehörn eines kleinen Säugetiers, die auf einem lackiertem Stück Holz angebracht sind. Ein Stück Fuchspelz, an dem noch eine kleine Pfote hängt, das über die nackte Schulter eines Mannes hängt. Einen Hirsch mit breitem und beeindruckendem Geweih, der von der Kamera kurzerhand eingefangen wurde. Dunkle Bilder sind das, verstörend ruhig und anerkennenswerter Weise zurückhaltend beim Einsatz von Schönheit und Romantizismus. Mit dem Titel „Exits“ [„Ausgänge“] legen sie Auswege nahe, wobei ein jeder düsterer und realer scheint als der nächste.

— Lori Waxman, 10. September 2012, 17.11 Uhr

Fatalism and melancholy suffuse a series of black-and-white photographs by Maxie Fischer, some shot in Iceland, others in her hometown.

The seven pictures feature a rain-spattered window drawn with vertical shades; a home at the edge of a picturesque nowhere; a pile of bleached white bones, peacefully strewn in dry grass; the skull and horns of a small mammal, mounted on a varnished piece of wood; a piece of fox fur flung over a man’s nude shoulder, its little paw still attached; a stag with a head of broad, striking antlers, abruptly cropped by the camera. These are dark images, eerily calm and commendably restrained in their employment of beauty and romanticism. Titled “Exits,” they suggest a number of ways out, each bleaker and more real than the next.

—Lori Waxman 9/10/12 5:11 PM

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Zur Person

Lori Waxman. Kontakt und Anmeldung zur Kunstkritik über die E-Mail: critic@60wrdmin.org

Lori Waxman (36, geboren in Montreal) ist freie Kritikerin unter anderem für die "Chicago Tribune" und "Art Forum". Sie lehrt am School of the Art Institute in Chicago. Sie hat in Montreal, Chicago, Lancaster und New York Kunstgeschichte studiert und an der New York University promoviert. Waxman hat auch Essays, Katalogbeiträge und Bücher veröffentlicht. Waxman ist verheiratet und Mutter einer zweieinhalbjährigen Tochter. (vbs)

Quelle: mydocumenta

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