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Lumbung-Prinzip lebt in Kassel weiter: Ausstattung der documenta zu Flohmarktpreisen verkauft

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Von: Anna Weyh

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Ist fündig geworden: Student Till Bathe aus Kassel.
Ist fündig geworden: Student Till Bathe aus Kassel. © anna weyh

Etwa vier Wochen nach dem Ende der documenta fifteen gab es in der documenta-Halle die gebrauchte Ausstattung der Kunstausstellung zu Flohmarktpreisen zu kaufen.

Kassel – Geschirr, Dämmwolle und Holztische. Ölfässer, Waschmaschinen und Plastikstühle. Etwa vier Wochen nach dem Ende der documenta fifteen gab es an diesem Wochenende in der documenta-Halle die gebrauchte Ausstattung der Kunstausstellung zu Flohmarktpreisen zu kaufen. Nach dem d15-Prinzip Lumbung – das Teilen von Ressourcen – soll auch nach den 100 Tagen der Weltkunstausstellung weiterhin Wert auf Materialkreisläufe gelegt werden. Gebrauchte Materialien sollen also nicht in den Müll wandern, sondern weiter verkauft und verwendet werden.

Till Bathe studiert Stadt- und Regionalplanung an der Uni Kassel und hat einige Küchenutensilien für den Projektraum zusammengesammelt. „Es gibt bei uns einige Nachtschichten. Der Raum soll ein bisschen wohnlicher werden“, sagt der 22-Jährige. Weil es im Projektraum keine richtige Küchenzeile gibt, improvisiert Bathe mit einem Wasserkocher, einem kleinen Kühlschrank und einer Kochplatte. Er nimmt auch noch eine Thermoskanne und etwas Besteck mit.

Besonders beliebt sind am Wochenende in der documenta-Halle auch die bunten Wegweiser der documenta fifteen gewesen. Auch Leonhard Wendel und Mary-Lou Michel überlegen, welches der gelben Schilder sich wohl am besten in ihrer Wohnung in Kassel machen würde. Sie schwanken noch zwischen einem Hinweisschild für Toiletten oder dem mit der Aufschrift „Museum für Sepulkralkultur“. Ein bisschen makaber? „Nein, das ist genau unser Humor“, sagt Mary-Lou Michel. Mit nach Hause kommen auf jeden Fall noch eine Handvoll kleiner Holzbretter, die einmal Kopfteile von Stühlen waren. „Die kommen an die Wand als Katzentreppe“, sagt das Paar.

Ein d15-Schild für Leonhard Wendel und Mary-Lou Michel.
Ein d15-Schild für Leonhard Wendel und Mary-Lou Michel. © Weyh, Anna-Laura

Ein Verkaufsschlager waren auch die Jutebeutel der documenta 14. Auf schwarzem Stoff ist eine weiße Eule zu sehen, ihre Augen leuchten im Dunkeln. Viele documenta-Fans kauften gleich mehrere von den Taschen, die es für den Preis von einem Euro gab. „Sie sind sehr beliebt. Man sieht sie auch heute noch überall im Stadtbild“, sagt eine Mitarbeiterin.

Andere Teile der documenta-Ausstattung wurden bereits in der Region verteilt. Das Luftbad vom Fuldaufer kommt etwa ins Freibad Obervellmar und ins Naturerlebnisbad Niestetal. Und auf den Sitzsäcken aus der Fridskul liegen nun Kinder einer Kita im Vorderen Westen.

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