documenta 13 begeistert Kunstgemeinde bei einer Präsentation in Brüssel

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Erfolgreiche Werbung bei der hessischen Landesvertretung in Brüssel: Carolyn Christov-Bakargiev.

Brüssel. 100 Tage dauert die 13. documenta im nächsten Jahr genau. Nun kam der 101. Tag hinzu: Die weltgrößte Präsentation zeitgenössischer Kunst stellte sich in Brüssel vor.

„Wir wollen, dass alle Lust auf Kassel bekommen“, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann vor über 200 Besuchern in der hessischen Landesvertretung, die in der belgischen Hauptstadt nur einen Steinwurf weit von der EU-Kommission einen „großen Abend“ ausgerichtet hatte. „Wir sind nicht weit im Vorfeld der Ausstellungseröffnung, sondern mittendrin“, meinte die hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten, Angelika Beer.

Zwar deckte Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin der documenta 13, auch in Brüssel nicht alle Karten auf. Dennoch präsentierte sie die Schau wie eine Liebeserklärung an die Stadt Kassel, die „ein einzigartiger Raum für alle Kunst“ sei.

Vor Bildern der im Krieg zerstörten Stadt ließ sie die Geschichte der documenta noch einmal wach werden. „Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Diese Fragen will ich mit meiner Konzeption beantworten“, sagte die 53-jährige Italo-Amerikanerin. 100 Künstler aus 50 Ländern werde sie einladen. Namen wollte sie nicht nennen. Zwei junge argentinische Künstler, die sie gerade erst besucht hatte, zeigte sie zwar. „Doch mehr will ich noch nicht sagen.“ Die documenta 13 habe noch einige Geheimnisse. „Aber sie wird mehr als eine Kunstausstellung, sie wird eine Sprache sein, die die Welt zusammenführt.“

„Ich wünsche mir eine Allianz, einen sozialen Lebensraum, der von Kassel ausgeht und viele Schauplätze in aller Welt hat“, sagte Christov-Bakargiev. Einige der Schauplätze, die sie in Kassel bespielen will, nannte sie schon: den Kulturbahnhof, die Orangerie, die Neue Galerie, das Ständehaus, das Kaskade- und das Gloria-Cinema, ein Gebäude, das sie „Hugenottenhaus“ nennt, und „Straßen, viele Straßen“.

Die Präsentation in Brüssel geriet zu einem gefeierten Auftritt. Das lag nicht nur an der stillen und doch begeisternden Art, mit der Christov-Bakargiev die Zuhörer in ihre Gedankenwelt entführte. Hier, wo sich die Zentrale der EU hinter kalten Glasfassaden entlang weiter Straßenschluchten ballt, schätzt man die Rolle von Kunst und Kultur als verbindendes Element der Menschen in Europa.

Wie sehr dies auch schon in den vergangenen Jahren gelungen ist, zeigen die Zahlen: Die drittgrößte Gruppe der documenta-Besucher aus dem europäischen Ausland reist von Belgien aus in die hessische Kunst-Metropole. Nach diesem Abend darf Kassel davon ausgehen, dass die Zahl 2012 sicher größer wird.

Von Detlef Drewes

Quelle: mydocumenta

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