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Medienpädagogisches Projekt „Lumbung Sitcom“ feierte Premiere im Gloria Kino

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Von: Amir Selim

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Und Action: Eine Szene aus der Lumbung Sitcom mit (von links) Mattia Amata, Daria Kupor und Maxim Schmidt, hinten Jörg Ruckel.
Und Action: Eine Szene aus der Lumbung Sitcom mit (von links) Mattia Amata, Daria Kupor und Maxim Schmidt, hinten Jörg Ruckel. © Privat

Zwei Klassel der Hegelsbergschule haben eine Sitcom-Episode gedreht. Kürzlich wurde der Film im Gloria Kino gezeigt. Ein aufregender Prozess, wie die Beteiligten erzählten.

Kassel – Sie gehörten lange Zeit fest zum Bestandteil des Fernsehprogramms: Sitcoms. Das fast vergessene Serienformat mit den eingespielten Lachern wurde jüngst wiederbelebt. Zwei Schulklassen der Hegelsbergschule durften sich beim medienpädagogischen Projekt „Lumbung Sitcom“ vor und hinter der Kamera ausprobieren. Jetzt wurde der Film im Gloria Kino gezeigt.

„45 sehr engagierte und talentierte junge Menschen“ erlebte Produktionsleiter David Zabel. Der Medienpädagoge, der unter anderem beim Verein Streetbolzer aktiv ist, organisierte mit Schirmherr Iswanto Hartono von Ruangrupa den Dreh von Lumbung Sitcom.

In den Hauptrollen sind Mattia Amata, Daria Kupor und Maxim Schmidt zu sehen. Von ihrem Lehrer, gespielt von Jörg Ruckel, bekomme sie die Aufgabe ein Medienprojekt über die documenta fifteen zu drehen. In dem 20-minütigen Film sind dabei typische Sitcom Elemente zu sehen und zu hören. Ein klassisches Intro, in dem die Hauptdarsteller vorgestellt werden. Musik, die von der Serie „Alle unter einem Dach“ inspiriert ist und eingespielte Lacher beziehungsweise Reaktionen des Publikums. „Bei Letzteren sind die Schüler selbst zu hören“, sagt Zabel.

Komisch und cool war es, sich selbst auf der Leinwand zu sehen.

„Es war eine besonders wertvolle Erfahrung“, sagt Schüler Mattia Amata über den Dreh. Das gelte sowohl für die Arbeit vor als auch hinter der Kamera. Schmidt pflichtet ihm bei: „Es hat Spaß gemacht, das alles zu sehen und zu erfahren. Ich würde es gerne wieder machen.“ Komisch und cool sei es, sich selbst mal auf der Leinwand zu sehen.

Fast hätte jedoch Corona dem Dreh einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der eigentliche Hauptdarsteller erkrankte kurz vor Drehbeginn an Covid. Amata, eigentlich hinter der Kamera, sprang für ihn ein. Glück im Unglück sei es gewesen, dass die Erkrankung vor dem Dreh passierte. So konnten die Beteiligten in einer Woche den Film abdrehen.

Auf die Idee kamen Zabel und Ruangrupa-Mitglied Hartono in Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend: „Wir sind mit den Sitcoms in den Achtzigern und Neunzigern aufgewachsen“, sagen sie.

Sitcoms als Zufluchtsort während der indonesischen Diktatur

Gerade für Hartono war es in Zeiten der indonesischen Diktatur eine schöne Abwechslung: „Humor macht die Menschen glücklich.“ Außerdem war es für ihn eine gute Möglichkeit, um über die Kultur, Gesellschaft und Politik abseits seiner Heimat zu lernen. Für den Dreh wurden die Jugendlichen in drei Gruppen aufgeteilt: Setdesign, Regie sowie Drehbuch und Schauspiel. Die Gruppen arbeiteten in Workshops. Zum Beispiel zusammen mit Charlotte Ella Bouchon vom Kollektiv Common Praxis. Dieses besteht aus Studenten der Kasseler Kunsthochschule und hat mit den Jugendlichen die Sets für die Sitcom gestaltet. „Ich habe noch nie einen Workshop gegeben, sondern war immer auf der anderen Seite“, sagt Bouchon. Umso spannender sei es gewesen, ihr Wissen an die Schüler weiterzugeben.

Nicht nur für sie war es eine neue Erfahrung: „Ich war zum ersten Mal Schauspieler in einer Sitcom. Ich kannte das bisher nur als Zuschauer“, sagt Jörg Ruckel, der seit 30 Jahren beim Offenen Kanal aktiv ist.

Service: Zu sehen ist die Episode am Mittwoch, 21. September, um 19.10 Uhr im Offenen Kanal Kassel. Dann kann die Sitcom auch in der Mediathek Hessen abgerufen werden. (Amir Selim)

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