Mexikanischer Künstler Pedro Reyes öffnet „Sanatorium“ in der Karlsaue

Noch gibt es hier keine „Patienten“: Karin und Helmut Brethauer schauen durch die Fenster des Sanatoriums in der Karlsaue. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Spaziergänge im Grünen tun immer gut. Können sie gar heilsam sein? In der Karlsaue gibt es während der documenta 13 in der Nähe der Kunsthochschule und des Spielplatzes Landaustraße jedenfalls ein „Sanatorium“.

Der mexikanische Künstler Pedro Reyes setzt hier sein Projekt einer utopischen provisorischen Klinik fort, das er 2011 begonnen hatte. Karin und Helmut Brethauer aus Lohfelden erkunden bei ihren documenta-Spaziergängen auch diesen Beitrag zur Weltkunstschau. Lediglich Tische und Stühle entdecken sie im Inneren des lang gestreckten hellen Holzbaus. Nicht ganz ernst gemeinte Performances habe der Künstler geplant, verrät ein Insider.

Das jedoch vor einem durchaus ernsten Hintergrund. Denn, wie man hört, bietet sich das Sanatorium an, Krankheiten einer modernen Gesellschaft zu behandeln: Stress, Einsamkeit, Reizüberflutung, Ängste.

Wer sich hier als „Patient“ anmeldet, kann in bis zu drei Sitzungen 16 optionale, kurze, unerwartete Therapien erfahren: von Gestalt-Therapie über Psychodrama bis hin zur Urschrei-Therapie, Hypnose und Fluxus-Happening. Die Art der Kunst-Performances durch Laien-Therapeuten könnte jedoch auch missverstanden werden und durchaus problematisch sein, wenden Kenner schon jetzt ein. Auch dieser documenta-Beitrag wird also mit Spannung erwartet.

Der mexikanische Künstler Pedro Reyes wurde 1972 geboren. Zu seinen international beachteten Arbeiten zählen Skulpturen, Videos und Architektur-Projekte. Sein Sanatorium fand bereits im Guggenheim-Museum in New Aufmerksamkeit. (hei)

Quelle: mydocumenta

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