Neue Pläne für mehr Durchblick

Nach viel Kritik: Die documenta hat ihre Übersichtskarte verbessert

Frisch aus der Druckerei: Seit Mittwoch wird die verbesserte 3. Auflage der documenta-Pläne ausgeliefert. Im Bild auf dem Friedrichsplatz von links Marvin Thienelt, Christoph Huntzinger, Rainer Schielke-Funke und Timo Weißberg vom Team der d 14. Fotos:  Malmus

Kassel. Für viele frustrierte documenta-Besucher waren die offiziellen Stadtpläne zur Kunstschau bislang eher ein Verwirrspiel als eine Orientierungshilfe. Jetzt haben die Ausstellungsmacher auf vielfältige Kritik reagiert.

Seit Mittwoch wird eine überarbeitete, deutlich übersichtlichere und informativere Version der Pläne an die Kassenhäuschen und Kunst-Schauplätze ausgeliefert.

Statt nur weniger, recht abstrakt dargestellter Verkehrsachsen liegt im Hintergrund des Kunst-Parcours jetzt ein richtiger Stadtplan, der einen Großteil der Straßennamen enthält und die Wege zwischen den d 14-Standorten eindeutiger beschreibt. In der Legende der einzelnen Kunst-Schauplätze ist neuerdings auch klar vermerkt, inwieweit dort abweichende Öffnungszeiten gelten, damit sich niemand vergeblich auf den Weg dorthin macht.

Vorrat bis zum Ende der d 14

Die 200 000 Exemplare, die nun als 3. Auflage des Plans gedruckt wurden, dürften bis zum Ende der documenta 14 reichen, sagte documenta-Logistikchef Christoph Huntzinger. Mit einem Helferteam verteilte er am Mittwochmorgen die ersten Kontingente der druckfrischen Lieferung. Die Altbestände, an denen sich reichlich Kritik entzündet hatte, sind laut Huntzinger weitestgehend vergriffen.

In die Gestaltung der Neuauflage seien viele entsprechende Rückmeldungen von Ausstellungsbesuchern sowie auch ein Praxistest aus der HNA eingeflossen, sagte documenta-Sprecherin Henriette Gallus. Es sei eigentlich unüblich, solche Materialien im Lauf der Ausstellung noch einmal ändern zu lassen, weil das in der Regel höhere Kosten verursache. Bei der d 13 vor fünf Jahren seien sämtliche Drucksachen vor Ausstellungsbeginn hergestellt worden.

Mehr Übersicht: Die neuen documenta-Pläne sehen jetzt wie eine richtige Stadtkarte aus.

„Wir hatten diesmal aber das Glück im Unglück, dass zu Ausstellungsbeginn nicht alle Papiermengen lieferbar waren, die wir für einen kompletten Druck gebraucht hätten“, sagte Gallus. So sei es jetzt möglich geworden, den Nachdruck für Verbesserungen und Wünsche der Besucher zu nutzen.

In einem Punkt aber bleiben sich die documenta-Macher auch in der Neuauflage des Stadtplans treu: Die Holländische Straße ist dort weiterhin als „Halitstraße“ aufgeführt. Auch der korrekte Namen wird genannt, allerdings mit dem Zusatz „ehemalig“ beziehungsweise auf Englisch „formerly“. Bertram Hilgen, beim Start der d 14 noch Kassels Oberbürgermeister, hatte mit Blick auf die Benennung von einer „Provokation“ gesprochen, über die er „nicht erfreut“ sei.

Documenta-Pressemitarbeiter Timo Weißberg verwies darauf, dass die „Gesellschaft der Freunde von Halit“, welche die Umbenennung propagiert, Teil der öffentlichen Programme der d 14 sei. Auch die Karl-Branner-Brücke, um die es ebenfalls eine Namens-Kontroverse gibt, heißt im Plan weiterhin „Brücke am Rondell“.

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