Nein zum documenta-Teller

Kassel. Die documenta zieht in regelmäßigen Abständen nicht nur Künstler und Kunstinteressierte an. Für viele ist der documenta-Sommer auch deshalb attraktiv, weil sie ein Geschäft im Windschatten der Weltkunstschau wittern.

Im zweistelligen Bereich habe die Zahl der Ideengeber gelegen, die sich seit dem vergangenen Jahr gemeldet haben und Vorschläge für documenta-Souvenirs präsentierten, sagt Sarah Zimmermann von Avantgarde. Die Münchner Agentur ist mit dem Merchandising, also mit dem Vermarkten von documenta-Artikeln sowie mit der Entwicklung und Gestaltung des gesamten Produktsortiments, beauftragt.

Lizenz erworben

Hintergrund: Die documenta GmbH darf selbst keine Einnahmen erwirtschaften. Die Lizenz für die Verwendung des   documenta-Logos      und -Schriftzugs hat Avantgarde erworben. Ansonsten ist das nur Sponsoren der documenta erlaubt. Das Vermarkten der Kunstschau ist klar und verbindlich geregelt. „Die documenta ist eine geschützte Marke“, sagt Virgilio Pelayo von der Kommunikationsabteilung der d 13. Niemand darf unautorisiert Artikel vertreiben, die das Logo oder den Schriftzug documenta tragen. Ansonsten habe das rechtliche Konsequenzen. Einem Kasseler Gastronomie-Betrieb etwa sei untersagt worden, einen „documenta-Teller“ auf die Karte zu setzen.

Sarah Zimmermann

Welche Souvenirs zugelassen werden, hänge von der künstlerischen Bewertung durch die d13-Leitung ab. Man treffe nahezu täglich Absprachen mit documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev, sagt Zimmermann. Vorschläge von außen seien willkommen gewesen. „Jede Idee wurde besprochen.“ Vorwiegend kleine Firmen aus der Region Kassel, aber auch aus der ganzen Republik hatten eine Reihe an Vorschlägen. Sie reichten vom Käppi bis zum Notizheft. Spannendes sei darunter gewesen, aber um angenommen zu werden, müsste es sich im Einklang „mit der Philosophie der documenta“ befinden. Nicht Integrierbares habe eine Absage erhalten. So auch der Vorschlag eines Studenten-Trios aus Kassel, das documenta-Bilderrahmen entworfen hatte (siehe Artikel unten).

„Jede Idee wurde besprochen.“

Inzwischen sei der Prozess abgeschlossen und eine „kleine, selektierte Auswahl“ an documenta-Souvenirs stehe fest. Diese 20 bis 35 Produkte, die jetzt das documenta-Logo tragen dürfen, seien in einem „intensiven Prozess“ mit Christov-Bakargiev entwickelt worden, sagt Zimmermann. „Absolute Priorität“ habe bei der Auswahl der Aspekt Nachhaltigkeit gehabt.

Objekte aus aller Welt

Wichtig sei es, dass die Produkte „Geschichten über ihre Herkunft erzählen“. Bei den vielen Objekten aus aller Welt - ob aus Kambodscha oder Afghanistan - ist das der Fall. In Kooperationen mit Künstlern seien zudem limitierte Editionen entstanden. In insgesamt vier Shops rund um den Friedrichsplatz werden sie ab documenta-Beginn am 9. Juni zu kaufen sein.

Quelle: mydocumenta

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