documenta kann Widerspruch nicht auflösen

Nur 5,62 statt 9 Euro: Ärger um documenta-Löhne in Athen

Es geht um ihren Lohn: Zwei junge Frauen sind hier als Aufsicht auf dem Kotzia-Platz in Athen tätig. Foto: von Busse

Die documenta am Co-Standort Athen sorgt für neue Schlagzeilen. Diesmal geht es um den Lohn, der den Mitarbeitern vor Ort bezahlt wird.

Die documenta hatte ihnen 9 Euro pro Stunde in Aussicht gestellt, die beauftragte Leiharbeitsfirma Manpower zahlt aber nur 5,62 Euro brutto. Das hat Manpower gegenüber unserer Zeitung schriftlich bestätigt – mit dem Hinweis: „Das klingt nach wenig, vor allem mit Blick auf die vorher kommunizierten 9 Euro, liegt aber um mehr als zwei Euro über dem Mindestlohn in Griechenland.“ 5,62 Euro seien marktgerecht. Für Arbeitszeiten am Abend oder an Sonntagen gebe es zudem Zuschläge.

Trotzdem ist der Betrag durchaus brisant – vor allem für die documenta-Geschäftsführung. Das hat mit einem kritischen Beitrag des Deutschlandfunkes zu tun, in dem es auch um die Löhne der Mitarbeiter in Griechenland geht. Nach dessen Ausstrahlung empörte sich die Geschäftsführung der documenta. Sie wies den Bericht als „völlig irreführend“, „grob fahrlässig“ und „wissentlich falsch“ zurück. Dabei geht es zum Beispiel um angebliche finanzielle Ungereimtheiten, die sich in der Tat nicht belegen lassen.

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Aber: Eine entsprechende Behauptung über die Gehälter in Athen nennt die documenta eine glatte Lüge. Richtig sei, dass es – vor Wochen – einen Konflikt gegeben habe. „Der wurde gemeinsam diskutiert, Verträge wurden angepasst, Extrazahlungen vereinbart, und mittlerweile ist der Dissens beigelegt.“ Das allerdings liest sich in der schriftlichen Stellungnahme der Leiharbeitsfirma anders. Sie nimmt Bezug auf den Stundenlohn und schreibt: „Es ist in der Tat so, dass die documenta den Mitarbeitern der documenta in Griechenland anfangs 9 Euro pro Stunde in Aussicht gestellt hatte. Warum das so war, können wir als Manpower nicht nachvollziehen.“

Insofern wird die im Deutschlandfunk getätigte und von der documenta-Geschäftsführung vehement bestrittene Aussage bestätigt – unter Berücksichtigung, dass in diesem Beitrag ein Stundenlohn von 5,64 Euro genannt wird.

Die documenta hat für den Co-Standort Athen derzeit 200 Mitarbeiter als Aufsichten mithilfe der Leiharbeitsfirma eingestellt. 

In Athen befinden sich viele Kunstwerke, die wir in einem Artikel unter dem documenta-Motto "Eindrücke aus Athen" vorgestellt haben

documenta: 200 Aufsichten in Athen

Die documenta greift am Co-Standort Athen auf 200 Aufsichten zurück. Deren Einstellung erfolgte mithilfe der Leiharbeitsfirma Manpower, die auch die Verträge ausgestellt hat. Bezahlt werden sie stundenweise – mit 5,62 Euro. Der Monatslohn liege bei etwa 30 Stunden pro Woche zwischen 800 und 940 Euro – je nachdem ob Sonntags- oder Abendzuschläge anfallen, heißt es vonseiten der documenta. Alle in Griechenland gesetzlich vorgeschriebenen Oster- und Weihnachtsboni sowie Urlaubsentgelt würden anteilig noch bezahlt.

Unterschiedliche Regelungen zu Brutto- und Nettoangaben in Griechenland und Deutschland seien in persönlichen Gesprächen erläutert und die diesbezüglich offenen Fragen geklärt und ausgeräumt worden. 

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