Ab kommender Woche

Occupy-Camper wollen ihre Zelte auf Friedrichsplatz abbauen

Endspurt zur documenta: Daniel (links) und David, Anhänger der kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung, leben seit Wochen in Zelten auf dem Friedrichsplatz. In den vergangenen Tagen wurde das Camp noch einmal vergrößert. Foto:  Herzog

Kassel. Seit über elf Wochen stehen die bunten Zelte vor dem Fridericianum. In den vergangenen Tagen sind noch einige Anhänger der kapitalismuskritischen Occupy-Bewegung hinzugekommen - ab der kommenden Woche soll das bunte Camp allerdings wieder verschwinden.

In und rund um die Zelte wurde geredet, demonstriert, musiziert und geschlafen. Diese Zeit neigt sich nun dem Ende zu.  Wahrscheinlich werde man die Zelte bereits am 5. oder 6. September abbauen, sagt Bewohner David, der seit Ende Juni hier lebt. Bis spätestens 16. September, dem letzten Tag der documenta 13, sollen alle Zelte weg sein. „Wir wollen den Rasen auf dem Friedrichsplatz wieder auf Vordermann bringen“, sagt David. Zudem möchten die Camper den Kasselern Blumen schenken. Auf jedem Rasenstück, wo ein Zelt stand, wollen die Kapitalismuskritiker, die auch aus den USA, England und Frankreich nach Kassel gereist sind, einen bepflanzten Blumenkasten hinterlassen.

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Etwa 80 Menschen, darunter 15 Dauercamper, haben seit Beginn der d 13 in dem Occupy-Camp auf dem Friedrichsplatz ihre Zelte aufgeschlagen, sagt Daniel, der ursprünglich aus Pirmasens stammt. Er sei der erste Kapitalismuskritiker vor dem Fridericianum gewesen. Am Anfang sei alles „etwas schleppend“ angelaufen, räumt er ein. Die Leute hätten erst begreifen müssen, dass es sich um ein „echtes Occupy-Camp“ und nicht um ein von der documenta initiiertes Projekt handele. Unter dem Motto „Auf in die Pampa“ sei er im Juni nach Kassel gekommen, sagt Daniel. Sein Ziel sei es gewesen, den Menschen in einer Region ohne Finanzzentrum zu zeigen, für was die Occupy-Bewegung stehe. „Dann sind die Leute nicht nur auf die Presse angewiesen.“

Er habe sein Ziel erreicht. Die Bewohner des Kasseler Occupy-Camps hätten in den vergangenen elf Wochen Tausende von Gesprächen mit Menschen auf dem Friedrichsplatz geführt.

Fotos aus dem Archiv: Neue Zelte im Camp

Occupy-Bewegung: Noch mehr Zelte auf Friedrichsplatz

Die Stadt Kassel geht davon aus, dass es keine Probleme mit den Besetzern am Ende der Kunstschau geben wird. Man sehe „gute Chancen“, dass die Bewohner der Occupy-Zelte Mitte September den Friedrichsplatz verlassen, sagt Sprecherin Petra Bohnenkamp. „Wenn diese Entwicklung nicht eintreten sollte, muss aktuell überlegt werden, was zu tun ist.“ www.mydocumenta.de

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Video aus dem Archiv: Occupy-Camp auf der documenta

Quelle: mydocumenta

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