Deutschlandfunk begleitet das Kunstereignis

Ohren auf für die Kunst: Die documenta im Radio

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung

In diesem Jahr setzt die documenta verstärkt auf akustische Medien. Dafür arbeitet sie auch verstärkt mit dem Deutschlandfunk zusammen.

In einer Zeit der nie versiegenden Bilderflut haben wir das Sehen verlernt. Das meint zumindest der d14-Kurator Bonaventure Soh Bejeng Ndikung. Deshalb setzt die documenta in diesem Jahr verstärkt auf akustische Medien, auf die Ohren als Kunstorgan, und arbeitet intensiv mit dem Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur zusammen.

Der Informationskanal sendet beispielsweise mehrmals am Tag kurze „documenta-Echos“, in denen einzelne Künstler und deren Beiträge für Kassel kompakt vorgestellt werden. Außerdem hat der Deutschlandfunk mehrere ausführliche Gespräche mit documenta-Kuratoren geführt, beispielsweise mit Hendrik Folkerts, der im Interview mit Barbara Schäfer sein Konzept der Partitur in der bildenden Kunst erläutert.

Seit vergangener Woche kann man auf der Internetseite des Deutschlandfunks auch den deutschen Beitrag zum documenta-Weltradio „Everytime A Ear Di Soun“ anhören. Für drei Wochen läuft der von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung kuratierte Sender „Savvy“, der aus Beiträgen von 22 Künstlern besteht. Gesendet wird live aus dem Savvy-Studio in Berlin, das in einem stillgelegten Krematorium im Stadtteil Wedding untergebracht ist. Das Programm lässt sich in Kassel auch auf der UKW-Frequenz 90.4 empfangen.

Künstler machen Radio

Auf „Savvy“ gibt es bekannte Radio-Elemente wie Nachrichten und Wetterbericht – allerdings in abgewandelter Künstler-Interpretation. So präsentieren Natasha Sadr Haghighian und Nicholas Bussmann stündlich die Nachrichten vom Vortag als kleine Gesangseinlagen, der Wetterbericht wandelt sich unter der Regie von Gìvan Belá zu kurzen Kunstclips.

Während der Sendezeit stellen Künstler ihre akustischen Projekte vor (Michael Vorfeld verschaltet beispielsweise Glühlampen und nimmt deren Geräusche ab), außerdem gibt es Diskussionsrunden, Live-Performances, Hörspiele und Beiträge von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar. „Savvy“ sendet bis zum 8. Juli rund um die Uhr. 

Alle documenta-Beiträge zum Nachhören und Nachlesen finden Sie im „documenta-Portal“ auf der Internetseite des Deutschlandfunks. Dort steht auch ein Live-Stream des Senders „Savvy“ zur Verfügung. 

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